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Nach Lkw-Attacke in Limburg steht Prozess bevor

Limburg an der Lahn  

Nach Lkw-Attacke in Limburg steht Prozess bevor

06.09.2020, 10:25 Uhr | dpa

Nach Lkw-Attacke in Limburg steht Prozess bevor. Lastwagen fährt auf Fahrzeuge auf

Ein Lastwagen ist in Limburg auf mehrere vor einer roten Ampel stehende Fahrzeuge aufgefahren. Foto: Thorsten Wagner/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Vor einer Ampel an einer Kreuzung in Limburg warten Autofahrer darauf, dass der Verkehr gleich wieder rollt. Eine alltägliche Situation, die plötzlich zum Horrormoment wird: Ein Lastwagen nähert sich von hinten, fährt ungebremst auf mehrere Wagen auf und schiebt sie zusammen. Nach Auffassung der Frankfurter Staatsanwaltschaft kollidierte der Mann hinterm Lkw-Steuer absichtlich mit den Fahrzeugen. Der 33-Jährige steht nun von diesem Mittwoch an (9. September) unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Limburg.

Zu dem Vorfall kam es direkt vor dem Gerichtsgebäude, abends am 7. Oktober 2019. 18 Menschen wurden dabei verletzt. Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft "billigend in Kauf genommen haben, dass durch die Kollision Menschen in den Fahrzeugen, die mit einem Angriff nicht rechneten, getötet werden". Das Motiv ist unklar - der 33-Jährige schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Vor dem Unfall soll er sich den Lastwagen beschafft haben, indem er den Fahrer gewaltsam aus dem Führerhaus zog. Dieser hatte zuvor verkehrsbedingt halten müssen. Der Angeklagte setzte sich laut Anklage dann selbst hinters Steuer, fuhr rund 330 Meter weit und mit einer Geschwindigkeit von 44 Stundenkilometern ungebremst auf die vor ihm wartenden Wagen auf. Zehn Fahrzeuge wurden so aufeinander geschoben. Der Mann wurde noch am Tatort festgenommen und kam später in Untersuchungshaft.

In dem Prozess wird es auch um die Frage nach dem Zustand des Angeklagten gehen. Der Syrer soll zur Tatzeit unter einem "erheblichen Einfluss" von Marihuana gestanden haben. Die Ermittler kamen nach Angaben eines Sprechers zu dem Schluss, dass eine Einschränkung der Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen werden kann.

Das Urteil wird im Oktober erwartet. Der Fall wird nicht im Gebäude des Landgerichts verhandelt, sondern coronabedingt in einem Zeltbau, in dem es angesichts der Abstandsregeln mehr Platz für Prozessbeteiligte und Zuschauer gibt.

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