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Klimawandel: Zuckerrübenanbauer beklagen Schädlingsbefall

Worms  

Klimawandel: Zuckerrübenanbauer beklagen Schädlingsbefall

10.09.2020, 17:51 Uhr | dpa

Klimawandel: Zuckerrübenanbauer beklagen Schädlingsbefall. Mit einem Rübenroder werden Zuckerrüben auf einem Feld geerntet

Mit einem Rübenroder werden Zuckerrüben auf einem Feld geerntet. Foto: Philipp Schulze/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Wegen des Klimawandels treten nach Einschätzung des Verbands der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer zunehmend Schädlinge und Krankheiten auf. So seien derzeit auf zahlreichen Feldern im Südwesten Deutschlands viele Zuckerrüben mit gelben Blättern zu sehen - Ergebnis einer Virus-Übertragung durch Blattläuse, sagte Geschäftsführer Christian Lang am Donnerstag in Worms. Eine Ursache für die deutliche Zunahme der kranken Felder sei, dass wegen des Klimawandels Blattläuse das ganze Jahr aktiv blieben und in hoher Zahl den warmen Winter überlebt hätten.

Der Verband in Worms leitet das Projekt "Nachhaltiges Insekten- und Krankheitsmanagement im Zuckerrübenanbau der Zukunft" (NIKIZ). Im Rahmen dieser Initiative sei vor zwei Wochen ein umfangreiches Monitoring gestartet worden, hieß es. Dabei sollen in den nächsten drei Monaten mindestens 4000 Untersuchungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen erfolgen - entstehen soll eine Karte, die die Verbreitung der Virus- und Bakterienkrankheiten verdeutlicht.

Es gehe nicht um die dauerhafte Wiederzulassung verbotener Pflanzenschutzmittel, sagte Lang. "Es müsste eine Übergangslösung sein für stark von Schädlingen betroffene Regionen. Parallel muss die Forschung nach alternativen Mitteln verstärkt gefördert werden."

Europas größter Zuckerhersteller Südzucker sprach von einer dramatischen Entwicklung. "Die Probleme sind zwar nicht so schlimm wie teilweise in Frankreich, aber das ist eher eine Frage der Zeit", sagte Konzernsprecher Dominik Risser. In Frankreich sei aufgrund der Vergilbungen durch Blattlausbefall auf Zuckerrübenfeldern südlich von Paris die Ernte teils bis zu 50 Prozent zurückgegangen.

"Wir haben den Wegfall zentraler Pflanzenschutzmittel in der EU", sagte Risser. So seien zum Beispiel Neonicotinoide verboten worden, weil sie Bienen schädigen. Österreich habe hingegen zur Bekämpfung eine sogenannte Notfallzulassung für Neonicotinoide erlaubt, auch Frankreich erwäge dies.

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