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Forscher: Zaun am wirksamsten zur Kontrolle der Schweinepest

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Forscher: Zaun am wirksamsten zur Kontrolle der Schweinepest

17.09.2020, 15:53 Uhr | dpa

Forscher: Zaun am wirksamsten zur Kontrolle der Schweinepest. Schweinepest

Die Aufschrift: "Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen Kerngebiet" steht auf einem Schild an einem Baum. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbid/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Mit einem festen Zaun rund um den Fundort des deutschlandweit ersten Falles der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg kann aus Expertensicht die Seuche am besten kontrolliert werden. "Damit kann es nach jetzigem Stand gelingen, die Situation im Zaum zu halten", sagte der Wildbiologe Konstantin Börner, der sich am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin mit Wildschweinen beschäftigt, der Deutschen Presse-Agentur. Vergangene Woche war in Schenkendöbern (Landkreis Spree-Neiße) der erste Fall bestätigt worden. Der feste Zaun soll den bislang mobilen Zaun um die Kernzone - der Radius von drei Kilometern um den Fundort - ersetzen.

"Wichtig ist - da es auch in absehbarer Zeit keinen Impfstoff gibt - den Zeitraum zwischen dem Tod eines infizierten Tieres und der Ergreifung von Maßnahmen so kurz wie möglich zu halten", sagte Börner. "Der Zaun kann dann die Krankheit isolieren. Tiere können in dem Areal notfalls getötet werden", sagte er. Die Begrenzung müsse aber fest, stabil und eine echte Hürde sein. Wildschweine seien sehr intelligent und würden sogar Einzäunungen überwinden, auf denen Strom geschaltet sei. "Das Beispiel Tschechien zeigt, dass es dort mit dem richtigen Zaun tatsächlich funktioniert hat", betonte er.

Wichtig sei auch die Durchsetzung entsprechender Hygienemaßnahmen bei Landwirten und Jägern. Bei der Ausbreitung der Krankheit sei der Mensch bislang der größte Risikofaktor. "Auf natürlichem Wege hätte sich die Schweinepest nie so schnell ausbreiten können", sagte der Experte.

"Was wir aber nicht wissen: wie weit ist die Seuche schon vorangekommen", sagte der Wildbiologe. Bislang bleibe die Hoffnung auf eine lokale Begrenzung um den Fundort bei Schenkendöbern. Problematisch sei, dass die Krankheit in Deutschland auf sehr hohe Wildschweinbestände treffe. Die Tiere würden sich bei verendeten Artgenossen über infiziertes Blut und Erde anstecken. Am Institut wird Börner zufolge auch an einer intelligenten Lösung zur Kadaversuche von Wildschweinen unter anderem mit Drohnen gearbeitet.

Hausschweine sind aus seiner Sicht grundsätzlich erst einmal sicher, wenn sie in Ställen untergebracht sind. "Bei der Haltung von Schweinen im Freiland ist die Situation anders", betonte er.

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