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Bischof Bätzing: Habe Gleichberechtigung im Blut

Fulda  

Bischof Bätzing: Habe Gleichberechtigung im Blut

23.09.2020, 09:39 Uhr | dpa

Bischof Bätzing: Habe Gleichberechtigung im Blut. Georg Bätzing

Georg Bätzing schwenkt ein Weihrauchfass. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In der katholischen Kirche ist es nach den Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, "ungebrochene Tradition bislang, dass die Rolle Christi durch einen Mann repräsentiert wird". Die Kirche sei nun mal keine Demokratie, der Souverän sei nicht das Volk, sondern Jesus Christus, sagte Bätzing am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin auf die Frage, warum sich die katholische Kirche mit der Gleichstellung der Frau so schwer tue.

Bätzing fügte hinzu: "Aber wir leben natürlich in einer Zeit, in der Gleichberechtigung so sehr ins Blut aller Menschen übergegangen ist, in meins und in das aller, die auch zur Kirche gehören, dass man sich fragt: Ist das so gewichtig, dass dadurch das Wesen der Kirche berührt wird? Das sind die Fragen, die zu diskutieren sind."

Die deutschen Katholiken könnten das aber nicht allein entscheiden, sondern die Diskussion finde im Rahmen der Weltkirche statt, sagte Bätzing. "Rom hat immer ein gewichtiges Wort für uns mitzureden - das ist der Preis für das wunderbare Erleben, dass wir Weltkirche sind. Aber wir haben ganz viele Möglichkeiten auch in unserem Land, gerade in der Frauenfrage." Schon jetzt könnten Frauen stärker an Leitung und an Entscheidungen beteiligt werden. "Das möchte ich sehr nach vorne treiben: zunächst einmal die Möglichkeiten ausschöpfen, die wir selber haben - und da gibt's viele."

Im Bistum Osnabrück stehen einzelne Frauen zum Beispiel an der Spitze von Pfarrgemeinschaften - die Priester in diesen Gemeinden sind ihnen unterstellt.

Die deutschen katholischen Bischöfe, ausschließlich Männer, halten derzeit in Fulda in Hessen ihre Herbstvollversammlung ab. Dabei geht es auch um die Rolle der Frau. Derzeit dürfen Frauen in der katholischen Kirche nicht Priester werden. Damit ist ihnen auch der Zugang zu allen entscheidenden Führungspositionen - den Bischofsämtern - verwehrt.

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