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Mangel in den Gesundheitsämtern: Kommt eine Amtsarztquote?

Magdeburg  

Mangel in den Gesundheitsämtern: Kommt eine Amtsarztquote?

24.09.2020, 06:07 Uhr | dpa

Mangel in den Gesundheitsämtern: Kommt eine Amtsarztquote?. Armin Willingmann

Armin Willingmann (SPD) bei einer Veranstaltung. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Quelle: dpa)

An Sachsen-Anhalts Unis könnten künftig Plätze für Studierende reserviert werden, die sich verpflichten, Amtsarzt zu werden. Er werde sich dafür einsetzen, eine entsprechende Vergabe zu prüfen, sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Der hohe Bedarf an Nachwuchsmedizinern in den Gesundheitsämtern sei offensichtlich. Mit einer Amtsarzt-Quote an den Unis könnte zumindest zeitlich befristet ausprobiert werden, ob sich der Mangel so abmildern lasse.

Willingmann reagierte damit auf einen Vorschlag seiner Parteikollegin und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne. Sie hatte zuletzt im Landtag vorgeschlagen, die Idee von reservierten Studienplätzen für angehende Landärzte auch auf Amtsärzte auszuweiten.

Für die zeitnah beginnende Mediziner-Ausbildung an den Unis Magdeburg und Halle wurden im neuen Wintersemester 2020/2021 erstmals 21 Plätze für Bewerber reserviert, die sich verpflichten, nach ihrem Abschluss mehrere Jahre im ländlichen Raum zu praktizieren.

Viel Spielraum hat das Land nicht: Laut Gesetz darf höchstens jeder fünfte Studienplatz für Medizin derzeit reserviert werden, wie Willingmann sagte. Ein Teil sei für die Bundeswehr reserviert, ein Teil für Härtefälle, fünf Prozent der Plätze gehen an die angehenden Landärzte. In Summe könnten noch zehn Plätze für angehende Amtsärzte vergeben werden - frühestens im Wintersemester 2021/2022.

In Sachsen-Anhalt gibt es nach früheren Angaben 88 Arztstellen in den Gesundheitsämtern, von denen im Frühjahr 32 unbesetzt waren. Der Landeschef des Verbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Magdeburger Amtsarzt Eike Hennig, warnte wiederholt davor, dass viele Kolleginnen und Kollegen in den nächsten Jahren in Rente gehen und der Nachwuchs fehlt.

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