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Kirche: "Kirchensteuer-Modell ist nicht in Stein gemeißelt"

Lübeck-Travemünde  

Kirche: "Kirchensteuer-Modell ist nicht in Stein gemeißelt"

25.09.2020, 11:21 Uhr | dpa

Kirche: "Kirchensteuer-Modell ist nicht in Stein gemeißelt". Kristina Kühnbaum-Schmidt

Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Foto: Danny Gohlke/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, hat für eine Reform der Kirchenfinanzierung plädiert. "Wir müssen uns fragen ob die Kirchensteuer in ihrer bisherigen Form weiterhin die Hauptsäule der Finanzierung unserer Kirche sein kann und soll", sagte sie auf der Tagung der Landessynode am Freitag in Lübeck-Travemünde.

"Unser derzeitiges Kirchensteuermodell ist nicht in Stein gemeißelt", unterstrich die Bischöfin. "Warum befragen wir nicht Kirchenmitglieder, Ausgetretene und uns Verbundene, welche Form der Finanzierung sie sich langfristig vorstellen können und praktizieren wollen?"

Die Corona-Pandemie hat die Nordkirche finanziell heftig getroffen. Das geht aus dem Bericht der "Taskforce Finanzen" hervor, den Malte Schlünz aus der Kirchenleitung am Freitag vorstellte. Danach sind die Kirchensteuereinnahmen von April bis Juni stark eingebrochen. Für das laufende Jahr werden nur noch Einnahmen in Höhe von 470 Millionen Euro erwartet, das sind 12,3 Prozent weniger als ursprünglich geplant. "Da derzeit unklar ist, wie sich die Wirtschaft und die Zahl der Kirchenmitglieder entwickeln, muss der Einbruch der Kirchensteuer durch Einsparungen aufgefangen werden", sagte Schlünz.

Am Nachmittag sollte die Synodentagung unter anderem mit der Diskussion des gesamtkirchlichen Archivkonzepts fortgesetzt werden. Dabei geht es um Pläne der Kirchenleitung, die Bestände des Landeskirchlichen Archivs aus der Außenstelle Greifswald aus Kostengründen nicht in das geplante Pommersche Archivzentrum Greifswald zu integrieren. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Menschen in Pommern durch eine solche Entscheidung noch weiter abgehängt fühlen könnten, sagte ein Synodaler.

Die Nordkirche war 2012 durch den Zusammenschluss der evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins, Mecklenburgs und Pommerns entstanden. Sie umfasst rund 1000 Gemeinden. Die Tagung der Landessynode geht am Samstag zu Ende.

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