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NRW-Imker mit mittelmäßiger Ernte

Wachtberg  

NRW-Imker mit mittelmäßiger Ernte

25.09.2020, 15:52 Uhr | dpa

NRW-Imker mit mittelmäßiger Ernte. Honigernte

Ein Imker kontrolliert seine Bienenwaben. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbol (Quelle: dpa)

Nordrhein-Westfalens Imker haben dieses Jahr nur eine mittelmäßige Honigernte einholen können. Es sei zu trocken gewesen - viele Blumen hätten zwar üppig geblüht, hätten aber zu wenig Nektar gehabt, hieß es vom Deutschen Imkerbund am Freitag in Wachtberg bei Bonn. Pro abgeerntetem Bienenvolk seien im Schnitt rund 36 Kilo Honig eingeholt worden - ein minimales Plus zum Vorjahr (2019: 35,9 Kilo; 2020: 36,3 Kilo). "Die Ernte war nur durchschnittlich", sagte Imkerbund-Sprecherin Petra Friedrich. Klimawandel und Trockenheit führten in ganz Deutschland dazu, dass Sortenhonige aus Raps oder Lindenblüte in manchen Regionen sehr schwach ausfielen. Der Deutschland-Schnitt lag bei 34 Kilo.

Die Erntewerte wurden in zwei Umfragen zur Früh- und zur Sommertracht unter insgesamt 2000 Imkern im Rheinland und in Westfalen ermittelt. Etwa jeder zehnte Imker hat den Honig nicht aus den Bienenstöcken geholt - zum Beispiel weil er nur mit geringem Ertrag gerechnet hat.

In ganz Deutschland ernteten die Imker nach Schätzung des Bundes 30 700 Tonnen Honig. Damit dürften sie wie in den Vorjahren nur etwa ein Viertel des heimischen Honigbedarfs decken - drei Viertel des hierzulande verkauften "Blütengoldes" stammen aus dem Ausland, vor allem aus Rumänien, Brasilien, Mexiko und China. Deutscher Honig dagegen wird fast vollständig im Inland verkauft, der Exportanteil ist nach Branchenangaben minimal. Der Preis für deutschen Honig wird nach der diesjährigen Ernte nach Einschätzung des Imkerbundes wenig verändert sein.

Der Imkerbund hat rund 127 000 Mitglieder, die im Schnitt rund 7 Völker halten. Die allermeisten machen dies als Hobby. Die Zahl der Berufsimkereien liegt nur bei einigen Hundert.

Der Imkerbund setzt sich für mehr Vielfalt auf Feldern und in Gärten ein. "Wir könnten mehr Honig produzieren, aber dafür müssen mehr Trachten da sein", sagte Imkerbund-Sprecherin Petra Friedrich. Trachten sind der Überbegriff für Nektar, Pollen und Honigtau, welche die Bienen in ihren Stock bringen. Mehr Blühflächen würden helfen, so Friedrich. Angesichts des Klimawandels sollten beispielsweise mehr trockenresistente Blumen wie die Durchwachsene Silphie gepflanzt werden, damit Bienen durchgängig fündig würden auf ihren Flügen.

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