Sie sind hier: Home > Regional >

Corona: Fast alle Schüler können regulär zur Schule gehen

Schwerin  

Corona: Fast alle Schüler können regulär zur Schule gehen

30.09.2020, 13:37 Uhr | dpa

Corona: Fast alle Schüler können regulär zur Schule gehen. Bettina Martin (SPD)

Bettina Martin (SPD), Bildungsministerin Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Frank Hormann/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach den Sommerferien hat in Mecklenburg-Vorpommern ein Großteil der Schüler trotz der Corona-Pandemie regulär zur Schule gehen können. Derzeit seien 54 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne, sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Mittwoch in Schwerin. Das sind laut Ministerium rund 0,03 Prozent aller Schüler im Bundesland.

Demnach seien derzeit insgesamt zwölf Lehrkräfte und pädagogisches Personal in Quarantäne. Nach den Sommerferien waren den Angaben zufolge bislang zwölf Schulen von Corona-Infektionsfällen betroffen. An insgesamt 30 Schulen habe es Quarantäne-Maßnahmen gegeben. Rund 1500 Schüler und 210 Lehrer waren demnach bislang in Quarantäne.

Laut Martin sind zusätzlich 256 Millionen Euro im zweiten Nachtragshaushalt für die Jahre 2020/2021 für Bildung vorgesehen. Der größte Einzelbetrag mit 100 Millionen Euro ist laut Ministerium demnach für Modernisierungen und Neubauten vorgesehen. Etwa 90 Millionen Euro sind für die bessere Ausstattung der Schulen mit Computertechnik und Fortbildungen der Lehrer eingeplant, weitere 40 Millionen Euro sollen die Hochschulen für die Digitalisierung erhalten.

"Das ich jetzt Handlungsspielräume kriege, die ich noch vor einem Jahr mir hätte gar nicht träumen lassen, das ist eine große Chance", sagte Martin. Es gehe nun darum, die Gelder sinnvoll und nachhaltig auszugeben, auch für eine Zeit nach der Corona-Pandemie. "Wir kriegen eine Aufmerksamkeit auf das Thema Bildung, die wir seit Jahren nicht mehr hatten."

Beschäftigte an Schulen können sich in MV freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Bislang habe es etwa 2000 Tests gegeben, sagte Martin. Da sich ein Beschäftigter mehrfach testen lassen kann, könne nicht genau beziffert werden, wie viele Lehrer daran bislang teilgenommen hätten. Das Angebot werde mindestens bis Ende des Jahres weiterbestehen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht angesichts der bevorstehenden kalten Jahreszeit von einer höheren Beteiligung in den kommenden Monaten aus. An den allgemeinbildenden Schulen unterrichten landesweit rund 13 000 Lehrer.

Um das Risiko einer Corona-Infektion zu minimieren, soll nach den Herbstferien im Oktober laut Martin alle 20 Minuten für mindestens drei Minuten in einem Klassenraum gelüftet werden. Ebenfalls nach den Herbstferien soll ein Pilotprojekt beginnen, bei dem an Schulen Fieber gemessen wird. Die Teilnahme der Schüler sei freiwillig, in jedem Landkreis und den beiden kreisfreien Städten soll jeweils eine Schule daran teilnehmen.

Martin appellierte erneut an die Verantwortung der Eltern. Diese sollen ihr Kind unbedingt zu Hause lassen, wenn es krank sei oder aus einem Risikogebiet komme.

In den Sommerferien haben indes etwa 1400 Schüler am Förderunterricht teilgenommen, wie Martin berichtete. Dies ist etwas weniger als ein Prozent der Gesamtzahl der Schüler an allgemeinbildenden Schulen. Die Ministerin wies darauf hin, dass es jedoch weitere Angebote von Schulen und Lehrern gegeben habe. Einen solchen Förderunterricht solle es ebenfalls in den bevorstehenden Herbstferien geben.

Die Ministerin kündigte zudem Pläne für eine digitale Landesschule an. Dort sollen etwa Unterrichtseinheiten entwickelt werden, zu denen sich Schulen dann live dazu schalten können. Allerdings seien die Pläne noch in einer frühen Phase, ab wann diese umgesetzt werden, könne noch nicht gesagt werden.

An der Universitätsmedizin Rostock solle ein neuer Studiengang angeboten werden, dabei gehe es um die Ausbildung intensivmedizinischer Pflegekräfte. Dafür seien zunächst 15 bis 20 Studienplätze vorgesehen.

Im Bundesland sollen der Ministerin zufolge fürs digitale Lernen rund 25 000 Laptops und Tablets an sozial schwächere Kinder gehen. Wie viele davon bislang ausgeteilt worden sind, war zunächst unklar. Lehrer sollen diese Geräte ebenfalls erhalten.

Kritik äußerte die Linksfraktion. "Schon lange fehlen viele Lehrkräfte, jetzt sind auch noch zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer im Distanzdienst oder krankgeschrieben. Vielerorts kann Unterricht in einigen Fächern gar nicht angeboten werden und das digitale Lehren und Lernen funktioniert nur an einzelnen Schulen, weil es meist an Geräten und der passenden Internetanbindung fehlt", sagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Die Zwischenbilanz der Ministerin verdiene nicht einmal die Note ausreichend.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal