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Jüdische Gemeinden im Norden besorgt nach Angriff in Hamburg

Bad Segeberg  

Jüdische Gemeinden im Norden besorgt nach Angriff in Hamburg

06.10.2020, 13:28 Uhr | dpa

Jüdische Gemeinden im Norden besorgt nach Angriff in Hamburg. Walter Blender

Walter Blender, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein. Foto: Markus Scholz/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach dem Anschlag auf einen jüdischen Studenten in Hamburg sorgen sich auch die jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein um ihre Sicherheit. Nicht alle von ihnen fühlten sich ausreichend durch die Polizei geschützt, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein, Walter Blender, am Dienstag. Nur auf zwei der insgesamt sechs Gemeinden sei die Polizei direkt nach dem Vorfall in Hamburg wegen Schutzmaßnahmen zugekommen, sagte Blender.

Am Sonntag hatte ein 29 Jahre alter Deutscher mit kasachischen Wurzeln einen 26 Jahre alten jüdischen Studenten vermutlich aus Judenhass vor einer Synagoge in Eimsbüttel mit einem Klappspaten attackiert und schwer am Kopf verletzt. Ihm werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

"Die Mitglieder unserer Gemeinden reagieren sehr verunsichert auf den Anschlag", sagte Bender, der zugleich auch Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg ist. "Ich fürchte, dass es erneut Gemeindemitglieder geben wird, die aus Angst nicht mehr zu Festen oder Gottesdiensten erscheinen werden", sagte er. Mit Kippa traue sich kaum noch jemand auf die Straße. Auch der interreligiöse Kindergarten der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg sei bereits 2019 nach dem Anschlag in Halle geschlossen und in einen städtischen Kindergarten integriert worden, sagte Blender.

Im 2002 gegründeten Landesverband sind sechs liberale jüdische Gemeinden zusammengeschlossen. Die orthodoxe Gemeinde der Lübecker Carlebach-Synagoge gehört nicht dazu.

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