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Maulbacher Wald: Arbeiten trotz Proteste fortgesetzt

Homberg (Ohm)  

Maulbacher Wald: Arbeiten trotz Proteste fortgesetzt

06.10.2020, 14:51 Uhr | dpa

Maulbacher Wald: Arbeiten trotz Proteste fortgesetzt. Polizeibeamte halten Gegner vom Zugang in den Maulbacher Wald ab

Polizeibeamte halten Gegner vom Zugang in den Maulbacher Wald ab. Foto: Arne Dedert/dpa (Quelle: dpa)

Begleitet von Protesten gegen den Ausbau der umstrittenen Autobahn 49 sind am Dienstag die Arbeiten im Maulbacher Wald fortgesetzt worden. Ein Sprecher der Projektgesellschaft Deges zeigte sich zuversichtlich, dass das rund 3,5 Hektar große Areal bis zum Mittwoch gerodet sein könnte. "Wir sind vernünftig vorangekommen", sagte er.

Polizisten beseitigten unterdessen weitere Barrikaden, wie das zuständige Polizeipräsidium in Gießen und Naturschützer übereinstimmend mitteilten. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Lage als "relativ ruhig". Aktivisten sprachen davon, dass der Wald von Ordnungshütern "hermetisch abgeriegelt" sei.

Unterdessen blockierten Aktivisten zwischen Reiskirchen und Bersrod (Landkreis Gießen) die Autobahn 5 und forderten deren Rückbau. "Eine echte Verkehrswende braucht nicht nur mehr Fahrradstraßen, barrierefreie Fußbereiche und einen Top-ÖPNV zum Nulltarif, sondern auch weniger Straßen", begründeten sie auf der freien Internet-Plattform "projektwerkstatt.de" die Aktion. Laut Polizei seilten sich dabei drei Menschen von einer Brücke der A5 in Höhe des Reiskirchner Dreiecks ab und hingen im Bereich der Fahrbahn. Die Autobahn sei in beiden Richtungen für rund zwei Stunden voll gesperrt worden, teilte die Polizei mit.

Am hessischen Landtag in Wiesbaden seilten sich Umweltschützer an der Fassade ab und brachten ein Banner mit der Aufschrift "Ausbau der A 49 sofort stoppen! Wald statt Asphalt" an, wie die Umweltorganisation Robin Wood mitteilte. Die Landesregierung wurde aufgefordert, den Polizeieinsatz gegen die Waldbesetzung sowie die Rodungsarbeiten zu stoppen.

"In Zeiten von Klimakrise und Artensterben ist eine sozial-ökologische Mobilitätspolitik erforderlich und kein Neubau von Autobahnen wie der A49", erklärte Robin Wood. Eine Räumung mitten in der Corona-Pandemie durchzusetzen, sei besonders riskant und verantwortungslos. Dass die in Hessen mitregierenden Grünen den Kurs mittrügen, kritisierte die Organisation scharf.

Der Lückenschluss der A 49 soll Kassel und Gießen besser miteinander verbinden. Die Befürworter versprechen sich davon weniger Verkehrslärm und eine bessere Verkehrsanbindung. Die Gegner halten das Projekt für überholt und mit der Verkehrswende nicht vereinbar. Aktivisten wollen die Arbeiten stoppen und haben Teile des Dannenröder Forstes, des Herrenwalds bei Stadtallendorf und des Maulbacher Waldes besetzt.

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