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Bunte Demo in Weimar gegen Diskriminierung, für Sichtbarkeit

Weimar  

Bunte Demo in Weimar gegen Diskriminierung, für Sichtbarkeit

17.10.2020, 01:33 Uhr | dpa

Bunte Demo in Weimar gegen Diskriminierung, für Sichtbarkeit. CSD-Demo in Weimar

Teilnehmer der Demonstration zum CSD in Weimar. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Mehr Anerkennung und Respekt für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt haben Teilnehmer einer Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) in Weimar gefordert. "Wir waren definitiv vierstellig", sagte die Pressesprecherin des CSD Thüringens, Theresa Ertel, am Samstag. Eine genaue Zahl könne sie noch nicht nennen, sie gehe aber von 1000 bis 1500 Teilnehmern aus.

Die bunte Demo mit mehreren Wagen und Musik zog am Samstag vom Bahnhof zum zentralen Theaterplatz der Klassikstadt. Dort war bis zum Abend ein Straßenfest mit Bühnenprogramm und Infoständen geplant. "Alles hat super geklappt, die Teilnehmer halten sich an die Corona-Regeln", sagte Ertel. "Die Laune ist gut, die Leute sorgen bei dem trüben Wetter heute einfach selbst für Sonnenschein."

Bei den CSDs geht es traditionell aber nicht nur ums Feiern, sondern auch um Politik: Zu den Forderungen der Demo-Teilnehmer in Weimar gehörte etwa, dass Thüringen Zentren für Menschen etabliert, die sich als LGBTIQ identifizieren. Die englische Abkürzung LGBTIQ meint Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans, Inter, Queer. Zudem wollen die Akteure die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung aller Familienformen erreichen. So benachteilige das Adoptionsrecht etwa gleichgeschlechtliche Paare, sagte Ertel.

Wegen der Corona-Pandemie hatten sich die Veranstalter der CSDs in Erfurt, Gera, Jena und Weimar erstmals auf eine gemeinsame Demo verständigt. Das Infektionsschutzkonzept der Veranstalter sei mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, hieß es bei der Stadtverwaltung. Unter anderem bestehe auf der gesamten Demo-Route die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Zudem gehört Weimar derzeit zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Gebieten Thüringens. Innerhalb der vergangenen sieben Tagen wurden dort pro 100 000 Einwohner keine Neuinfektionen festgestellt.

Die jährlichen CSD-Paraden sollen an Ereignisse in New York 1969 erinnern. In der Christopher Street in Manhattan wehrten sich damals Besucher der Schwulenbar "Stonewall Inn" gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen.

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