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Fahrgastschifffahrt kann mit Corona-Zwangspause leben

Schwerin  

Fahrgastschifffahrt kann mit Corona-Zwangspause leben

29.10.2020, 09:39 Uhr | dpa

Fahrgastschifffahrt kann mit Corona-Zwangspause leben. Ausflugsschiffe der Weissen Flotte Schwerin liegen am Hafen

Ausflugsschiffe der Weissen Flotte Schwerin liegen am Hafen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die neue Corona-Zwangspause im November kommt für die Fahrgastschifffahrt nicht überraschend, sie scheint für das Gros der Anbieter zu verkraften zu sein. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren großen Reedereien ergab, war der Oktober enorm wichtig und einige hoffen darauf, dass im Dezember wieder Touristen kommen dürfen.

"Irgendwas musste die Regierung machen, die Maßnahmen sind in Ordnung", sagte Heidrun Moderecker-Schott, Geschäftsführerin der Blau-Weißen Flotte, am Donnerstag in Waren an der Müritz. Es sei aber schade, denn im November habe es im Vergleich mit den Vorjahren schon viele Gruppenbestellungen gegeben.

Ähnlich äußerte sich Silke Hasse, Sprecherin der Adler Reederei, die ihre Schiffe an der Küste von Rügen und Usedom und nach Polen fahren lässt. "Wir wollten in diesem November mehr Schiffe fahren lassen als vor einem Jahr." Der November ist sonst einer der besucherschwächsten Monate. "Das hat sich 2020 aber alles etwas nach hinten verschoben", sagte Moderecker-Schott. Auch die Hotels auf Usedom waren in diesem November stärker gebucht, erläuterte Hasse, das habe mit der Lage der Reisebranche und dem weltweiten Corona-Einschränkungen zu tun. Fahrten zu den Kreidefelsen nach Rügen seien immer gefragt.

Adler hat 27 Schiffe, sitzt unter anderem in Heringsdorf und beschäftigt rund 350 Mitarbeiter. "Der Sommer war 2020 aber sehr gut", sagte Hasse. Adler habe nur 20 Prozent weniger Fahrgäste als 2019 gehabt. Das sei angesichts der Corona-Zwangspause im Frühjahr ein gutes Ergebnis. "Wir prüfen, ob wir nun wieder Kurzarbeit in Anspruch nehmen", sagte Hasse.

Auch die Blau-Weiße Flotte will dieses "Instrument" für ihre 70 Mitarbeiter nutzen. "Wir konnten einiges reinholen und sind fast durch mit der Saison", sagte Markus Bethke, Geschäftsführer der Weißen Flotte Müritz, die mit dem Dampfschiff "Europa" das größte Schiff auf der Müritz haben.

Mit den vielen Urlauber im Sommer, von denen einige Tausend erstmals an der Seenplatte waren, habe man einiges von der Schließung von März und Ende Mai wieder ausgleichen können. Dafür hatte Bethke auch höhere Kosten. "Sonst sind wir mit einem Schiff über mehrere Stunden bis Plau geschippert, jetzt mussten wir wegen der Hygiene- und Abstandsregeln zwei Schiffe einsetzen, um fast die gleiche Zahl an Gästen mitnehmen zu können."

Für die Weiße Flotte in Schwerin endet die Saison traditionell am 31. Oktober. "Wir sind sehr froh, dass das mit dem Oktober noch geklappt hat", sagte Verkaufsleiter Andreas Rosin. Weil an Bord nur jeder zweite Tisch besetzt werden durfte, haben auch die Schweriner zusätzliche Schiffe eingesetzt. "Die Gäste waren aber sehr verständig", sagte Rosin. Die Weiße Flotte will dort am 1. April wieder starten.

So lange will Moderecker-Schott nicht warten: "Wir hoffen, über Weihnachten und Silvester fahren zu können." Bisher habe es trotz der tausenden Gäste keinen einzigen Infektionsfall in der Firma gegeben. Der Jahreswechsel ist traditionell an Seenplatte und Ostseeküste stark gebucht. Dazu müssten aber auch Hotels wieder öffnen dürfen.

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