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Sachsen-Anhalts Luft wird besser: "Corona-Effekt"

Magdeburg  

Sachsen-Anhalts Luft wird besser: "Corona-Effekt"

29.10.2020, 12:59 Uhr | dpa

Sachsen-Anhalts Luft wird besser: "Corona-Effekt". Autos fahren an einer Luftüberwachungsstation vorbei

Autos fahren an der Luftüberwachungsstation Paracelsusstraße vorbei. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die Luftqualität in Sachsen-Anhalt hat sich im vergangenen Jahr weiter verbessert. Selbst die Messstelle Paracelsusstraße in Halle sei kein "Sorgenkind" mehr, sagte die Präsidentin des Landesamts für Umweltschutz, Sandra Hagel, am Donnerstag bei der Vorstellung des Immissionsschutzberichts 2019. Die Stickstoffdioxidbelastung sei dort im Vergleich zum Vorjahr um vier Mikrogramm auf 36 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zurückgegangen und habe damit den EU-weiten Grenzwert von 40 Mikrogramm klar unterschritten.

Insgesamt habe es zuletzt vor allem an verkehrsreichen Straßen in Innenstädten deutliche Rückgänge beim Stickstoffdioxid gegeben. Auch bei der Ozon- und Feinstaubbelastung stand Sachsen-Anhalt laut den Experten 2019 besser da als noch in den Vorjahren. Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) sagte, es bleibe dennoch genug zu tun in der Zukunft. Die aktuellen EU-Feinstaub-Grenzwerte würden eingehalten, die Leitwerte der Weltgesundheitsorganisation seien 2019 aber teils überschritten worden. Die Debatte über eine Verschärfung der Grenzwerte laufe.

Die Experten des Landesamts sehen den eingeschlagenen Weg mit der Erneuerung der Fahrzeugflotte, Software-Updates in den Fahrzeugen und Verkehrsberuhigungen als Teile der weiteren Strategie an, um die Luft sauberer zu machen. Mit Blick auf Feinstaub müsse auch der landwirtschaftliche Bereich mit der Art der Bodenbearbeitung und der Art der Kulturen in den Blick genommen werden.

Für dieses Jahr rechnen die Experten wegen eines "Corona-Effekts" mit weiter verbesserten Werten bei der Luftqualität. Einfluss habe vor allem, dass der Verkehr in der Zeit der Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Frühjahr deutlich geringer gewesen sei - die für November angekündigten Maßnahmen dürften ähnlich wirken. Teils seien die vorübergehenden Effekte aber auch durch Wettereinflüsse überlagert worden.

Seit 30 Jahren gibt es in Sachsen-Anhalt ein Luftüberwachungs- und Informationssystem. An 24 Stationen sowohl an besonders hoch belasteten Verkehrsschwerpunkten, in städtischen Wohnbereichen sowie im ländlichen Raum werden Daten erhoben. Seit 1990 ist die Belastung der Luft mit Schadstoffen massiv zurückgegangen - vor allem in den ersten zehn Jahren nach dem Ende der DDR. Dazu haben laut dem Landesamt etwa die Stilllegung maroder Braunkohlekraftwerke aus der DDR-Zeit und die Modernisierung von Kraftwerken beigetragen. Zudem hätten Öl und Gas die Braunkohle beim Heizen in Gebäuden abgelöst.

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