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Hessen in Ranking zu Verkehrspolitik auf hinterem Rang

Wiesbaden  

Hessen in Ranking zu Verkehrspolitik auf hinterem Rang

29.10.2020, 16:46 Uhr | dpa

Das schwarz-grün regierte Hessen belegt bei einem Länder-Ranking zu den Themen Mobilität und Umwelt mehrerer Verbände weiter einen hinteren Rang. Die am Donnerstag veröffentlichte Auswertung haben die Allianz pro Schiene, die Umweltorganisation BUND und der Verkehrssicherheitsrat beim Marktforschungsinstitut Quotas beauftragt. Kategorien waren Lärmschutz, Flächenverbrauch, Luftqualität, Klimaschutz und Verkehrssicherheit. Hessen landet auf Platz 12, Schlusslicht ist Bayern. Der Spitzenplatz ging an Baden-Württemberg.

In den einzelnen Bereichen schneidet Hessen unterschiedlich ab. Bei der Lärmminderung belegt das Bundesland Platz 4 und beim Flächenverbrauch Platz 7. Schlechter sieht es beim Klimaschutz (Platz 13) und der Verkehrssicherheit aus (Platz 14) aus. Zwar sei es gelungen, die Zahl der Schwerverletzten pro Million Einwohner im Straßenverkehr zu reduzieren, bei der Vermeidung von Verkehrstoten gehe es dagegen kaum voran, heißt es in der Untersuchung.

Auch bei der Luftqualität belegt Hessen nur Platz 14. Neben Nordrhein-Westfalen sei es das Land mit den meisten Grenzwertüberschreitungen bei der Stickstoffdioxid-Konzentration in Städten gewesen, erklärte der BUND-Landesverband. Die Auswertung wird alle zwei Jahre veröffentlicht. 2018 hatte Hessen noch Platz 11 belegt, zuvor Platz 8.

Das Verkehrsministerium in Wiesbaden kritisierte die Untersuchung. Dabei sei unter anderem die in Hessen erfolgte Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs unter den Tisch gefallen. Das Ministerium nannte die Einführung von Schüler-, Senioren- und Landestickets. Neben Schienenwegen würden auch Radwege ausgebaut und die E-Mobilität gestärkt. Beim Landesstraßenbau setze Hessen auf Sanierung statt Neubau. "Wir arbeiten in Hessen seit Jahren konsequent an der Verkehrswende", erklärte Minister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Gleiches gelte für Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität. Die umfangreichen Vorhaben der betroffenen Städte für eine geringere Schadstoffbelastung seien in der Untersuchung nicht berücksichtigt worden.

Der BUND-Landesverband forderte unter anderem einen Stopp des Weiterbaus der A49. Anstatt für Mobilität immer neue Flächen aufwendig, kostspielig und umweltzerstörend zu versiegeln, müsse die vorhandene Verkehrsinfrastruktur optimiert und verbessert werden. Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr bräuchten mehr Raum und eine bessere finanzielle Ausstattung, Luftqualität und Lärmschutz in den Städten müssten verbessert werden.

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