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"Risiko-Landkreis" in Vorpommern fordert Entlastung vom Land

Greifswald  

"Risiko-Landkreis" in Vorpommern fordert Entlastung vom Land

30.10.2020, 13:41 Uhr | dpa

"Risiko-Landkreis" in Vorpommern fordert Entlastung vom Land. Corona-Test

Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald fordert mehr Hilfe von Land zur Bewältigung der Corona-Probleme. So könnten landesweit Callcenter eingeschaltet werden, um Landkreise vom Gros der Anfragen zu entlasten, mit denen diese überhäuft würden, sagte Landrat Michael Sack (CDU) am Freitag vor Journalisten. Das Infektionsgeschehen sei hochdynamisch. "Wir sind in manchen Abteilungen nur noch eingeschränkt arbeitsfähig.". Das liege daran, dass Mitarbeiter aus anderen Bereichen abgezogen wurden, um Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen.

Zudem müssten Unmengen an Auskünften gegeben werden - auch an Ferienwohnungsvermieter aus ganz Deutschland, die Quartiere an der Ostsee vermieten wollen, berichtete Sack. Manche Kollegen hätten schon mehrere Wochenenden durchgearbeitet. Der Kreis hatte am Mittwoch als erster im Nordosten die kritische Marke von 50 Neuinfektonen pro 100 000 Einwohner in einer Woche überschritten. "Wir hatten vor vier Wochen, also vor den Herbstferien, noch null Infektionsfälle", verdeutlichte der Landrat. Jetzt habe der Kreis 180 aktive Fälle, von denen 14 Patienten in Krankenhäusern lägen.

Zehn Frauen und Männer davon müssen Sack zufolge intensivmedizinisch betreut werden. In der Regel entwickelten sich Infektionen in ein bis zwei Wochen zu schweren Fällen. Infektionen stammten meist von Besuchen der Einwohner in anderen Bundesländern - auch mit Feiern - oder von Familien-Besuchern. Dabei seien 80 Prozent der Infektionen asymptomatisch, so dass es schwer sei, diese überhaupt herauszufinden.

"Wir richten uns darauf ein, dass das noch sehr lange gehen wird", sagte der Verwaltungschef mit Blick auf die täglich steigenden Fallzahlen. Der Kreis habe 58 Klinik- und 29 Intensivbetten für Corona-Fälle. Urlauber stellten kein Problem dar. Man habe gelernt, dass Infektionen von Urlaubern kaum übergesprungen seien. Hoteliers und Gastronomen hätten gute Arbeit geleistet.

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