Sie sind hier: Home > Regional >

Manager: "Nie Beschwerden über Kinderpornos und Drogen"

Koblenz  

Manager: "Nie Beschwerden über Kinderpornos und Drogen"

02.11.2020, 13:14 Uhr | dpa

Manager: "Nie Beschwerden über Kinderpornos und Drogen". Prozess um Darknet-"Cyberbunker" gestartet

Das Gebäude des Landgerichts. Dort wird der Prozess um ein illegales Rechenzentrum in Traben-Trarbach geführt. Foto: Harald Tittel/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der für Beschwerden zuständige Manager des Cyberbunkers in Traben-Trarbach an der Mosel will von Hinweisen auf Kinderpornografie oder Drogenhandel mit Hilfe der Server des Rechenzentrums nie etwas mitbekommen haben. "Es gab niemals Beschwerden in diese Richtung", sagte der 51 Jahre alte Niederländer am Montag vor dem Landgericht Trier. "Ich habe nie etwas gehört über Kinderpornografie, Drogenhandel oder andere Verbrechen." Der Cyberbunker, der nach Ansicht der Ermittler wichtige Marktplätze des kriminellen "Darknet" beherbergte, war im September 2019 von Polizisten gestürmt worden. 

Bei den Beschwerden sei es vor allem um Botnets gegangen - also um Schadprogramme, die ohne Wissen des Eigentümers einer Webseite auf dieser laufen - sowie um das Abgreifen von persönlichen Daten (Phishing) und um Urheberrechtsverletzungen. Während seiner Verantwortung für den Bereich Abuse (Missbrauch) seit Juli 2016 habe er immer wieder darauf gedrungen, dass gegen Phishing vorgegangen werde. Bei Beschwerden über Urheberrechtsverletzungen habe man standardisierte Mails an die Kunden des Rechenzentrums geschickt. Darauf habe es nie Antworten gegeben: "Wir betrachteten das damit als erledigt." 

Der niederländische Hauptangeklagte X. (60) habe vor allem darauf geachtet, dass die Firma Cyberbunker niemals in Verbindung mit dessen anderen Firmen Calibur und Systems gebracht werden dürfe. Nach Außen benutzten alle Mitarbeiter des Bunkers Fantasienamen. Die Cyberbunker-Webseite - auf der geworben wurde, man könne dort alles außer Kinderpornos und Terrorismusmaterial auf Webseiten anbieten - habe er nie genau angesehen, sagte der 51-Jährige. Er habe das Rechenzentrum für seriös gehalten: "Ich habe nie gedacht, dass wir dazu da waren, die bösen Jungs zu bedienen." Er sei "bis heute überzeugt, dass auch X. nicht wusste, was da alles abging".

Auf Vorhaltung des Gerichts, es habe im Juli 2018 einen Hinweis auf Kinderpornografie und Ermittlungen der schwedischen Polizei gegeben, sagte der Manager, er könne sich in diesem Zusammenhang nur erinnern, dass sein Chef X. höchstpersönlich eine Festplatte vernichtet habe.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: