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Entgleisung von Güterzug: Erster Brunnen für Bodensanierung

Lahnstein  

Entgleisung von Güterzug: Erster Brunnen für Bodensanierung

03.11.2020, 17:57 Uhr | dpa

Entgleisung von Güterzug: Erster Brunnen für Bodensanierung. Kesselwagen liegen an der Unfallstelle neben den Gleisen

Kesselwagen liegen an der Unfallstelle neben den Gleisen. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Rund zwei Monate nach der Entgleisung eines Güterzugs bei Koblenz und dem Auslaufen von großen Mengen Diesel ist ein erster Brunnen zur Bodensanierung gebohrt worden. Weitere sollen folgen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Dienstag mitteilte. So solle festgestellt werden, ob Diesel bis zum Grundwasser hinab sickere - und der Kraftstoff von dort gegebenenfalls abgepumpt werden. Zuvor hatte die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn mitgeteilt, diese Aktion könnte fünf bis sieben Jahre dauern. Der Bahnsprecher bestätigte dies.

Ein Güterzug des privaten Berliner Bahnunternehmens Laeger & Wöstenhöfer war am 30. August im Bahnhof Niederlahnstein entgleist. Sieben der mit Diesel beladenen Kesselwagen kippten um, fast 180 000 Liter Diesel liefen laut einem neuen Gutachten ins Erdreich. Zuvor war von 100 000 Litern die Rede gewesen. Auf 2400 Quadratmetern wurden laut Deutscher Bahn wegen der Verunreinigung 19 000 Tonnen Erde und Gestein ausgetauscht. Um die Standfestigkeit der Oberleitungsmasten nicht zu gefährden, sei der ausgelaufene Kraftstoff aber nicht komplett entfernt worden. Bei den restlichen 40 bis 50 Prozent der einstigen Diesel-Gesamtmenge im Boden werde zunächst versucht, sie mit der "Injektion von Diesel abbauenden Bakterien" zu neutralisieren. Um das Grundwasser wirklich zu schonen, kämen nun die Brunnen hinzu.

Die beschädigten Waggons befanden sich bis Oktober immer noch auf Folien an der Unfallstelle. Mittlerweile habe das Unternehmen Laeger & Wöstenhöfer sie zerlegen und wegschaffen lassen, teilte die Deutsche Bahn mit. Die rechtsrheinischen Gleise im Welterbe Oberes Mittelrheintal sind Teil der meistbefahrenen Güterzugstrecke Europas zwischen Rotterdam und Genua.

Die Unfallursache war vorerst unklar, die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung begann zu ermitteln. Die Instandsetzung der beschädigten Bahnstrecke wurde einen Monat nach dem Unglück abschlossen - der bis dahin aufgelaufene Schaden belief sich auf rund acht Millionen Euro.

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