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Sohn soll Mutter getötet haben: Prozess in Itzehoe begonnen

Itzehoe  

Sohn soll Mutter getötet haben: Prozess in Itzehoe begonnen

04.11.2020, 01:14 Uhr | dpa

Sohn soll Mutter getötet haben: Prozess in Itzehoe begonnen. Eine Statue der Justita hält eine Waage in der Hand

Eine Statue der Justita hält eine Waage in der Hand. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

In Itzehoe hat am Montag der Prozess gegen einen 40-Jährigen aus Pinneberg begonnen, der seine Mutter getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die 71 Jahre alte, pflegebedürftige und an Demenz leidende Rentnerin im Mai erwürgt zu haben. Der 40-Jährige schwieg bislang zu den Vorwürfen.

Mutter und Sohn lebten gemeinsam in einer Wohnung. Dort hatte die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes die Leiche der Rentnerin entdeckt, die der Frau Tabletten vorbeibringen wollte. Wann die Frau starb, ist unbekannt.

Die Pflegerin fand die Rentnerin, die auf der Decke im Bett lag und Schuhe an hatte. Ansonsten sei sie "für ihre Verhältnisse wenig angekleidet" gewesen, sagte die Zeugin vor Gericht. Auch "ihr Kopf sah anders aus - dunkler und dicker", sagte sie. Da die Frau offensichtlich tot war, habe sie die Polizei alarmiert.

Die Altenpflegerin hatte die Seniorin bis zu deren gewaltsamen Tod mehrere Monate lang betreut. Sie war zum Teil mehrmals täglich bei der Seniorin in der Wohnung. Die Pflegerin habe sich wegen des Sohnes bei den Besuchen nicht wohl gefühlt, sagte sie. Die Zimmertüren seien offen gestanden, nur die Tür zum Zimmer des Sohnes sei geschlossen gewesen. "Man war sich nie sicher, ob er zuhause war. Das fanden wir alle immer unheimlich", sagte die 23-jährige Pflegerin. "Oft stand er plötzlich im Türrahmen und fixierte einen, ohne ein Wort zu sagen." Er habe sich auch herangeschlichen, wenn sie etwa versucht habe, sich länger mit seiner Mutter zu unterhalten.

Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte den 40-Jährigen während der Untersuchungshaft mehrfach untersucht. Sein vorläufiges Gutachten sei vor einer Woche dem Gericht übergeben worden, hieß es. Der Vorsitzende Richter im Landgericht Itzehoe sagte nach Verlesung der Anklage, dass statt einer Verurteilung auch die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht komme. Der Prozess wird fortgesetzt. Ein Urteil wird frühestens im Dezember erwartet. (Az. 5 Ks 315 Js 1411/20)

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