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Ärztekammer will Diskussion über interene Corona-Zweifler

Bad Segeberg  

Ärztekammer will Diskussion über interene Corona-Zweifler

04.11.2020, 13:29 Uhr | dpa

Wie mit Ärzten umgehen, die anderen Medizinern den Kampf gegen die Pandemie erschweren? Darüber will die Ärztekammer Schleswig-Holstein in den kommenden Wochen verstärkt diskutieren. Nach ihren Angaben beschäftigt das Thema viele in der schleswig-holsteinischen Ärzteschaft. Um einen Impuls für die Diskussion zu setzen, haben sich nun Vertreter der Kammer und anderer ärztlicher Institutionen sowie der Wissenschaft zusammengesetzt, um gemeinsame Lösungen im Umgang mit Skeptikern und Leugnern zu finden. Zuvor hatten Medien berichtet.

98,5 Prozent der Ärzte verhielten sich in der Corona-Pandemie gut und gäben den Patienten die Sicherheit, die nötig sei, sagte der Kammer-Präsident Henrik Herrmann in einem Podcast des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes. "Wir sprechen von sehr wenigen Kollegen, die aber sehr laut sind, sich bemerkbar machen, auch in der Öffentlichkeit, in den sozialen Medien."

Nach Ansicht der Ärztekammer sollten andersdenkende Ärzte nicht ausgegrenzt, gefährliches ärztliches Handeln aber nicht toleriert werden. Neben berufsrechtlichen Maßnahmen, die in jedem Einzelfall geprüft werden müssen, kann eine Ärztekammer versuchen, auf die öffentliche und die innerärztliche Meinung Einfluss zu nehmen.

Herrmann betonte, auch Ärzte dürften als Bürger selbstverständlich ihre Meinung äußern - "auch wenn diese vom anerkannten Stand der Wissenschaft abweicht". Es brauche aber eine "unabdingbare Trennung zwischen einer persönlichen Meinungsäußerung und einer Äußerung, die vom Patienten als Empfehlung aus der ärztlich-professionellen Ebene empfunden wird".

Der Präsident setzt auf die innerärztliche Auseinandersetzung, die die Kammer weiter vorantreiben möchte. "Wir trennen sehr genau zwischen den Ärzten, die komplett anderen weltanschaulichen Denkmodellen anhängen, und solchen Kollegen, die eine andere Meinung als wir vertreten. Mit den ersten kann man nicht, mit denen zweiten muss man diskutieren."

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