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Hoffnung auf Nachwuchs bei seltenen Grottenolmen zerschlagen

Elbingerode (Harz)  

Hoffnung auf Nachwuchs bei seltenen Grottenolmen zerschlagen

12.11.2020, 17:10 Uhr | dpa

Hoffnung auf Nachwuchs bei seltenen Grottenolmen zerschlagen. Zwei Grottenolme schwimmen im Olmensee in der Hermannshöhle

Zwei Grottenolme schwimmen im Olmensee in der Hermannshöhle im Harz. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Hoffnungen, dass die einzigen freilebenden Grottenolme in Deutschland endlich Nachwuchs bekommen, haben sich zerschlagen. Ein Forscherteam suchte in der Hermannshöhle in Oberharz am Harz mit einem Endoskop vergeblich nach Larven, wie Höhlen-Betriebsleiter Markus Mende am Donnerstag mitteilte. "Das ist ärgerlich, weil wir noch nie so nah dran waren." Erstmals seien befruchtete Eier abgelegt worden und es sei gelungen, sie in ruhiger Umgebung zu isolieren. Das Ziel der Höhlen-Betreiber und der Forscher sei es, die schon deutlich gealterte Grottenolm-Familie langfristig zu erhalten, sagte Mende.

Dabei stellen die seltenen Tiere ihre Beobachter erneut vor ein Rätsel. Denn die Forscher konnten bei ihren Untersuchungen weder die Eier finden noch die gut 0,5 Zentimeter großen und transparenten Larven. Hat sich der Nachwuchs in Luft aufgelöst? Es bestehe nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Larven lebten und nur nicht gefunden wurden. Es könne sein, dass sie gestorben und in den Boden gesunken seien, sagte Mende. Zudem sei es den erwachsenen Olmen einmal gelungen, in den trennenden Käfig einzudringen. Deswegen könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Nachwuchs gefressen wurde.

Doch das Team will nicht aufgeben. Neue Hoffnungen ruhen auf den Wintermonaten, denn bis April ist die Tropfsteinhöhle geschlossen und die scheuen und ruheliebenden Tiere werden nicht gestört. Zudem wurden Glasplatten auf den Steinhaufen montiert, in denen die Eier abgelegt werden. So könnten die Höhlen-Betreiber die Eiablagestellen leichter beobachten, ohne großen Wirbel zu machen. Ziel sei es, dass sich die heimischen Grottenolme doch noch fortpflanzen, sagte Mende. Zudem gebe es Überlegungen, mit den Slowenen zu verhandeln, um neue Tiere für die Harzer Höhle zu bekommen.

Derzeit leben sieben Grottenolme in der Höhle, vier Weibchen und drei Männchen. Sie sind alle mindestens 85 Jahre alt. Die Tiere können weit über 100 Jahre alt werden und sind eigentlich in Slowenien und Kroatien heimisch. Grottenolme sind weißlich Schwanzlurche, die bis zu 30 Zentimeter lang werden. In den vergangenen Jahren waren in der Harzer Höhle immer wieder Eier gefunden worden, die aber entweder nicht befruchtet waren oder aus denen nichts schlüpfte.

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