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Gedenkort beschädigt: Ramelow verurteilt Vorfall

Apolda  

Gedenkort beschädigt: Ramelow verurteilt Vorfall

19.11.2020, 12:03 Uhr | dpa

Gedenkort beschädigt: Ramelow verurteilt Vorfall. Bodo Ramelow (Die Linke)

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Mit Erschütterung hat Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf Vorfälle an Gräbern für Kriegstote auf dem Friedhof in Apolda reagiert. "Unglaublich! Erinnerungen zu zerstören heißt, diese Menschen noch einmal zu töten!", schrieb Ramelow beim Kurznachrichtendienst Twitter am Mittwochabend. Zuvor war bekannt geworden, dass Unbekannte drei Informationstafeln entfernt hatten, die dort erst vor kurzem aufgestellt wurden. Schülerinnen und Schüler einer Schule in Apolda hatten diese erarbeitet.

"Unglaublich was sich hier Personen erlauben! Die Schülerinnen und Schüler haben mit ihren Arbeiten gezeigt, wer die Menschen auf diesem Friedhof waren und nun werden selbst die Lebensdaten zerstört?", schrieb Ramelow weiter. Der Ministerpräsident war selbst am vergangenen Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung für Opfer von Krieg und Gewalt zum Volkstrauertag auf dem Friedhof in Apolda dabei gewesen. Die Tafeln wurden dabei eingeweiht.

Kurze Zeit nach Ende der Gedenkfeier kam es auf dem Friedhof zu einem Vorfall, der ebenfalls Schlagzeilen machte. Eine Gruppe, die laut Polizei augenscheinlich dem rechten Spektrum zuzuordnen ist, bedrängte den Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Apolda-Buttstädt.

Der Pfarrer hatte die Gruppe zuvor fotografiert, da er eine nicht genehmigte Veranstaltung vermutete. Sechs Personen aus der Gruppe verlangten von ihm, das Handy herauszugeben und die Bilder zu löschen - was er tat. Er sei bedroht und getreten worden, hieß es bei der Polizei. In die Ermittlungen zu dem Vorfall ist der Staatsschutz eingebunden.

Innenminister Georg Maier (SPD) sieht einen Zusammenhang zwischen dem Vorfall und den verschwundenen Gedenktafeln. Er sprach bei einem Besuch auf dem Friedhof am Mittwoch auch von einer politisch motivierten Tat. Auch der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Michael Krapp, bezeichnete den Diebstahl der Informationstafeln beim Besuch auf dem Friedhof als gravierenden Vorfall. Er forderte die Täter auf, sich zu offenbaren.

Die Landespolizeiinspektion (LPI) Jena hat nach Angaben ihres stellvertretenden Leiters Thomas Wehling eine Arbeitsgruppe zur Aufklärung gebildet. Es gebe Hinweise auf Tatverdächtige, unter anderem Autokennzeichen, sagte Wehling.

Derweil laufe noch die Auswertung des Handys des Pfarrers, sagte ein Sprecher der LPI am Donnerstag. Experten prüften etwa, ob möglicherweise die gelöschten Bilder wieder hergestellt werden könnten.

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