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Impfaktion: Hessen rechnet mit acht bis neun Monaten Dauer

Wiesbaden  

Impfaktion: Hessen rechnet mit acht bis neun Monaten Dauer

23.11.2020, 11:56 Uhr | dpa

Impfaktion: Hessen rechnet mit acht bis neun Monaten Dauer. Volker Bouffier (CDU)

Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident des Landes Hessen. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Für die großangelegte Impfaktion gegen das Coronavirus in Hessen plant die Landesregierung nach derzeitigem Stand etwa acht bis neun Monate ein. "Wir gehen davon aus, dass zwischen 60 und 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden wollen", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden. Diese Anzahl sei auch notwendig, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

"Wir bereiten uns bestmöglich auf den Zeitpunkt vor, zu dem ein Impfstoff zugelassen wird, um dann die Mammutaufgabe dieser riesigen logistischen Herausforderung effizient zu stemmen", erklärte der Regierungschef. Der Bund gehe derzeit davon aus, dass er ab etwa Mitte Dezember 2020 einen ersten Impfstoff gegen das Coronavirus bereitstellen kann.

Sobald der Impfstoff geliefert werde, würden Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich möglichst wohnortnah impfen zu lassen. Zunächst sollen Menschen aus Risikogruppen und Gesundheitspersonal wie Ärzte und Pfleger zur "größten Impfaktion in der Geschichte unseres Landes" gehen dürfen, erläuterte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne). Dann folge "in einer Kaskade" die übrige Bevölkerung nach den Empfehlungen von Experten.

Derzeit werde mit vier Millionen zu impfenden Menschen in Hessen gerechnet, sagte Bouffier. Da pro Person jeweils zwei Impfungen nötig sind, seien es insgesamt acht Millionen Impfungen. Die Landesregierung plant mit etwa 30 Zentren, in denen pro Tag jeweils 1000 Impfungen durchgeführt werden können. Es soll an sieben Tagen die Woche geimpft werden.

Nach den Worten von Innenminister Peter Beuth (CDU) sind die Landkreise und kreisfreien Städte inzwischen aufgefordert worden, diese Zentren bis 11. Dezember einzurichten. Unterstützung komme von den Hilfsorganisationen, dem Technischen Hilfswerk und der Bundeswehr.

Eine große Herausforderung sei es, die Kühlkette für den Impfstoff sicherzustellen, erklärte Beuth. Das Land sei dabei, entsprechende Lager mit einer Kühlung von Minus 70 Grad aufzubauen. Für Menschen, die nicht zu einem Impfzentrum gehen können, sollen mobile Teams im Land unterwegs sein.

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind kostenlos und freiwillig. Die Bereitschaft der Ärzte zur Mithilfe sei zentral für das Gelingen der Aktion, denn der eigentlichen Impfung sei immer eine Beratung vorgeschaltet, erklärte Bouffier.

Medizinisches Fachpersonal soll laut einer Mitteilung der Staatskanzlei unter anderem über das Deutsche Rote Kreuz und über die Kassenärztliche Vereinigung oder die Landesärztekammer gewonnen werden. Wie bei der ersten Welle der Corona-Pandemie sollen beispielsweise auch Ärztinnen und Ärzte gefragt werden, die bereits im Ruhestand sind. Das Land kümmere sich um die Verteilung der Impfdosen und beschaffe Material wie Spritzen und Pflaster sowie die Schutzausrüstung für das medizinische Personal.

Die Landesregierung appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, sich an der großangelegten Aktion zu beteiligen, um die Ansteckungsgefahr effektiv einzudämmen. "Je mehr Menschen mitmachen, desto erfolgreicher und schneller können wir die Pandemie bezwingen." Zur Vorbereitung der Impfaktion sollen 20 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen bereitgestellt werden.

Das Land sei vorbereitet, aber die Impfaktion sei von vielen Faktoren abhängig, gab Bouffier zu Bedenken. Auch wenn die Hoffnung auf einen Impfstoff begründet sei, sei bislang noch keiner zugelassen. Zudem sei noch offen, wie viele Dosen Hessen dann bekomme.

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