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MV trägt strengere Corona-Kontaktregeln mit

Schwerin  

MV trägt strengere Corona-Kontaktregeln mit

24.11.2020, 15:34 Uhr | dpa

MV trägt strengere Corona-Kontaktregeln mit. Manuela Schwesig

Manuela Schwesig (SPD) bei einer Pressekonferenz. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Vor den Beratungen von Bund und Ländern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) angekündigt, die strengeren Corona-Kontaktbeschränkungen mitzutragen. Die Abweichungsmöglichkeit sei, wenn man deutlich unter 50 kommt, dies sei in Mecklenburg-Vorpommern zurzeit nicht der Fall. "Deshalb tragen wir die Beschlüsse mit", sagte Schwesig am Dienstag in Schwerin.

Im Gegensatz zu den anderen Ländern will Schleswig-Holstein keine strengeren Kontaktbeschränkungen ab Dezember. Angesichts im Ländervergleich niedriger Corona-Infektionszahlen hält die Landesregierung dort daran fest, dass private Zusammenkünfte weiter mit bis zu zehn Personen möglich sind. In den übrigen Ländern soll die Zahl auf fünf Personen beschränkt werden, Kinder bis 14 Jahren ausgenommen. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschlussentwurf der Länder für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch gibt es eine entsprechende Fußnote Schleswig-Holsteins.

Aus dem Beschlussentwurf geht ebenfalls hervor, dass für Weihnachten und Silvester Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Familienmitgliedern oder haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen ermöglicht werden. Kinder bis 14 Jahren sind hiervor ausgenommen.

"Das Coronavirus ist fies und mies, weil es dort am gefährlichsten ist, wo es für uns auch am schönsten ist: im vertrauten Kreis der Familie, im vertrauten Kreis der Freunde", sagte die Ministerpräsidentin weiter.

Die Inzidenzwerte der beiden Bundesländer, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von einer Woche, waren laut Robert Koch-Institut am Dienstag (Stand 0.00 Uhr) in etwa gleich.

Schwesig sprach sich gegen Einschränkungen des Schulbetriebs schon ab einem Inzidenzwert von 50 aus. Sie sei nicht einverstanden, wenn das Bundeskanzleramt Maßnahmen wie Wechselunterricht und Maskenpflicht für ältere Schüler in Regionen mit mehr als 50 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen fordere. Vielmehr solle in jeder Region je nach Lage entschieden werden können, verlangte sie mit Blick auf den Gipfel der Regierungschefs.

"Wir halten am Präsenzunterricht fest", betonte Schwesig. "Wir wollen so viel Normalität wie möglich für die Schüler." In Mecklenburg-Vorpommern gingen derzeit 98 Prozent der Schüler ganz normal zur Schule und das solle auch so bleiben.

Der Beschlussentwurf der Länder sieht vor, dass an Schulen in Regionen mit deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen ab Klasse 7 grundsätzlich eine Maskenpflicht auch im Unterricht gelten soll. Eine Maskenpflicht in den Klassen 5 und 6 sowie an Grundschulen kann eingeführt werden. Eine Maskenpflicht im Unterricht gibt es bislang für keine Jahrgangsstufe in MV.

Das Gastgewerbe im Bundesland braucht nach Auffassung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands eine Perspektive über Weihnachten und Silvester hinaus. Der Dehoga-Landeschef Lars Schwarz bezog sich mit dieser Auffassung auf die Einigung der Ministerpräsidenten, nach der der Teil-Lockdown zunächst bis zum 20. Dezember verlängert werden soll. Die Zeit um das Jahresende sorge traditionell noch einmal für gut gebuchte Hotels und bestens besetzte Restaurants. Schwarz warnte vor den wirtschaftlichen Folgen, wenn die Betriebe nur 14 Tage öffneten und dann wieder schließen müssten.

Der Landestourismusverband forderte vor dem Gipfel ebenfalls eine langfristige Perspektive. Der Tourismus gehöre wegen der überregionalen Mobilität zu den schwierigsten Themenfeldern bei den Verhandlungen, sagte der Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf.

Der Bürgerbeauftragte des Landes, Matthias Crone sprach sich für einzelne Corona-Lockerungen zu den Feiertagen aus. "Bei Restaurants sollte man schauen, was vor Ort machbar sein kann, damit dort zumindest Einheimische zu den Feiertagen essen gehen können", sagte Crone.

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