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Ärztekammer: Medizinische Versorgung regional gefährdet

Dresden  

Ärztekammer: Medizinische Versorgung regional gefährdet

25.11.2020, 13:01 Uhr | dpa

Ärztekammer: Medizinische Versorgung regional gefährdet. Ärztekammer: Medizinische Versorgung regional gefährdet

Ein Arzt hält ein Stethoskop in der Hand. Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Landesärztekammer sieht durch das Corona-Infektionsgeschehen die medizinische Versorgung in einigen Regionen Sachsens akut gefährdet. "Ostsachsen ist schon an der Grenze der Belastbarkeit", sagte Präsident Erik Bodendieck am Mittwoch in Dresden. In Görlitz seien die Krankenhäuser schon dicht und Patienten würden verlegt. "Das ist bedrohlich und ein bedenkliches Zeichen." Die Lage im Freistaat insgesamt beschrieb er als "kritisch, aber nicht hoffnungslos".

Nach seinen Angaben werden aktuell 1447 Corona-Patienten landesweit auf infektiologischen Stationen behandelt, 324 davon auf Intensivstationen. Die Auslastung der geplanten Kapazitäten liege bei 80 beziehungsweise 75 Prozent. In den nächsten zwei Wochen werde eine Stagnation im Normalbereich, aber ein weiterer Anstieg im Intensivbereich erwartet, wobei Covid-19-Erkrankte dort länger als übliche Patienten betreut werden.

In der Region Dresden/Ostsachsen sind laut Bodendieck derzeit noch 34 Intensivbetten frei, in Chemnitz/Westsachsen 31 und in Nordsachsen 24. Auch im Erzgebirge sinken die Infektionszahlen nicht richtig, auch dort werde die Situation kritisch. Daher gelte es, Bettenkapazitäten für Corona-Patienten zu erhöhen. Dafür sollten andere Krankenhäuser wie Rehakliniken wieder zur Betreuung anderer Patienten genutzt, und, "sicherheitshalber", ein Notkrankenhaus aufgebaut werden.

Angesichts des verschärften Personalmangels im medizinischen und Pflegebereich forderte Bodendieck, das Arbeitszeitgesetz und die Personaluntergrenzen in Krankenhäusern während der Corona-Krise befristet auszusetzen. "Ärzte und Pfleger, die jetzt mehr arbeiten müssen, müssen die geleisteten Überstunden auch bezahlt bekommen und die Kliniken Personal flexibel einsetzen können." Wenn sich die Lage weiter verschärfe, müsse darüber diskutiert werden, dass infizierte und nicht erkrankte Mitarbeiter am Patienten arbeiten. "Das möchten wir lieber vermeiden, aber es könnte notwendig sein."

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