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Museum zeigt Geschichte geraubter Kulturgüter aus NS-Zeit

Emden  

Museum zeigt Geschichte geraubter Kulturgüter aus NS-Zeit

26.11.2020, 06:38 Uhr | dpa

Museum zeigt Geschichte geraubter Kulturgüter aus NS-Zeit. Geraubte Kulturgüter

Ein Mann betrachtet eine in einer Vitrine ausgestellte Wanduhr. Foto: Lennart Stock/dpa (Quelle: dpa)

Unter dem Titel "Komplizenschaft" ist künftig eine neue Ausstellung über geraubte Kulturgüter jüdischer Familien während der NS-Zeit im Ostfriesischen Landesmuseum Emden zu sehen - aufgrund der Corona-Regeln zunächst nur virtuell im Internet. Viele Zeugnisse aus dieser Zeit befinden sich auch nach mehr als 75 Jahren noch im Bestand des Landesmuseums. Monatelang haben Experten des Museums die Geschichte und Herkunft dieser Zeugnisse untersucht. "Das ist eine sehr detektivische Arbeit", sagte der Kurator der Ausstellung Georg Kö. Von diesem Donnerstag an ist das Ergebnis dieser Provenienzforschung nun zu sehen.

Die Sammlung zeigt anhand von Objekten die Geschichte, wie Jüdinnen und Juden in Emden, Ostfriesland und den Niederlanden beraubt, vertrieben und ermordet wurden. Zu sehen sind beispielsweise geraubtes Geschirr wie Teller, Gläser und eine Sauciere oder Einrichtungsgegenstände aus entzogenen Wohnungen wie etwa Messingleuchter.

Menschen und Institutionen in Emden halfen einst dabei, die Opfer zu berauben, um ihre eigenen Sammlungen an Kulturgütern zu erweitern - daher der Ausstellungstitel "Komplizenschaft". "Wir zeigen Spuren von Verbrechen und machen Strukturen und Prozesse der Beraubung vor allem anhand von Dokumenten transparent und all dies im Fokus der Sammlungsgeschichte des Hauses", teilte Kö mit.

Da das Museum aufgrund der Pandemie-Lage aktuell geschlossen ist, wollen die Kuratoren die Sammlung zunächst vor allem digital zeigen. So soll es etwa Veröffentlichungen auf der Homepage und über die Social-Media-Kanäle des Landesmuseums geben. Zudem werden virtuelle Kurzführungen über das Internet angeboten. Die Sonderausstellung ist zweisprachig auf Deutsch und Niederländisch gestaltet und soll bis zum 11. April 2021 zu sehen sein.

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