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Nabu-Experte: Störche in Brandenburg haben zu wenig Futter

Potsdam  

Nabu-Experte: Störche in Brandenburg haben zu wenig Futter

27.11.2020, 05:20 Uhr | dpa

Nabu-Experte: Störche in Brandenburg haben zu wenig Futter. Ein Storchenküken bettelt bei einem Eltertier nach Nahrung

Ein Storchenküken bettelt bei einem Eltertier nach Nahrung. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die Zahl der Storchenpaare und auch ihre Jungen nehmen dem Storch-Experten Bernd Ludwig zufolge seit Jahren ab. Das geht aus einer Statistik der Naturwachten hervor, die der Nabu-Landesbetreuer für den Weißstorchschutz ausgewertet hat. Der Weißstorch sei seit Jahren rückläufig, sagte Ludwig der Deutschen-Presse-Agentur. Trockenheit und intensive Landwirtschaft sorgten dafür, dass die Vögel nicht genug Nahrung fänden.

Das Jahr 2019 sei das bislang schlechteste seit fünf Jahren für die Störche gewesen, berichtete Ludwig. Insgesamt wurden seiner Auswertung zufolge 1189 Horstpaare beobachtet, die 1969 Junge großzogen. Das seien pro Paar 1,66 Junge. Dagegen seien im besten Storchenjahr 2014 noch 1424 Brutpaare registriert worden, die insgesamt 2596 Junge bekamen - 1,8 pro Horstpaar.

In diesem Jahr seien die Störche verspätet in Brandenburg angekommen, berichtete der Experte. Der Grund sei mit Hilfe von Satellitensendern ermittelt worden, die bei einigen Störchen angebracht seien. Am Bosporus, den viele Weißstörche beim Rückweg nach Brandenburg auf ihrer Ost-Route überqueren, sei im März schlechtes Wetter gewesen. Viele Störche seien dort aufgehalten worden, dann später angekommen und hätten nicht mehr gebrütet. Der April in Brandenburg sei zu trocken gewesen, es gab dem Experten zufolge Mangel an Nahrung, etwa zu wenig Regenwürmer und Feldmäuse. Auch Insekten hätten sich in diesem Jahr zu spät entwickelt. Eine Vielzahl der Nestjungen sei verendet, 21 Prozent der Paare seien ohne Jungvögel geblieben, so der Storch-Experte.

Ludwig forderte, Landschaften wieder mehr zu renaturieren. Die intensive Landwirtschaft müsse zurückgefahren und mehr ökologischer Landbau betrieben werden.

Auch der Schwarzstorch, der unter anderem in Südbrandenburg zuhause ist, zieht sich zurück. Es gebe kein Brutpaar mehr von den Zugvögeln, die seit Jahrhunderten ansässig waren, sagte Thomas Liebsch von der BUND-Ortsgruppe Lübben/Spreewald. Der Schwarzstorch sei durch die vergangenen Dürrejahre mittlerweile vom Aussterben bedroht. Teichgruppen seien Straßenbebauung gewichen. Schwarzstörche ernährten sich von Fischen.

In Brandenburg gibt es insgesamt 12 Störchendörfer. Sie beherbergen mindestens fünf Brutpaare. Bekannt sind dafür etwa die Orte Linum (Ostprignitz-Ruppin) und Rühstädt im Kreis Prignitz.

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