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Passau ist Deutschlands Corona-Hotspot: Ursachenforschung

Hildburghausen  

Passau ist Deutschlands Corona-Hotspot: Ursachenforschung

30.11.2020, 11:48 Uhr | dpa

Passau ist Deutschlands Corona-Hotspot: Ursachenforschung. Corona-Test

Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Nirgendwo in Deutschland gab es zuletzt so viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus wie im niederbayerischen Passau. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - lag am Montag nach Angaben des Robert Koch-Institutes bei 579,5. Lediglich der thüringische Landkreis Hildburghausen ist mit einem Inzidenzwert von 579,1 ähnlich betroffen. Die Behörden in Passau betreiben Ursachenforschung.

Es gebe mehrere Seniorenheime mit Corona-Fällen, sagte Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Abend. Dort habe es Reihentestungen gegeben, die nun in die aktuellen Zahlen eingeflossen seien. In zwei Einrichtungen sei die Lage "sehr dramatisch", in einem Heim habe es am Montag vier Todesfälle gegeben.

Auch eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende ist Dupper zufolge betroffen. Im Klinikum Passau wurden am Montag 73 Covid-19-Patienten behandelt, von denen sich zehn auf der Intensivstation befanden, wo wiederum drei auch beatmet werden müssen.

Der Rathauschef hatte am Freitag strenge Corona-Beschränkungen verkündet, nachdem der Inzidenz-Wert auf 440 gestiegen war. "Die Lage ist diffus und wir müssen unbedingt die Kontakte reduzieren", sagte er nun. Die Maßnahmen gelten seit Samstag und sollen mindestens eine Woche dauern. Frühestens bei einem Wert von 300 sollen die Beschränkungen gelockert werden.

Unklar sei, welche Rolle die Grenznähe spiele: Es sei weiterhin so, dass die Bayern nach Österreich zum Tanken fahren und die Österreicher nach Bayern zum Einkaufen kommen, sagte Dupper. Änderungen beim Grenzverkehr müssten auf Bundesebene geregelt werden.

In Passau dürfen die Menschen ihre Wohnung seit Samstag nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit mehreren Streifenbesatzungen im Einsatz, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Die Menschen hielten sich aber überwiegend an die Vorgaben. Lediglich vereinzelte Verstöße seien festgestellt worden, teilte die Polizei am Montag mit.

Die Stadt verordnete zudem Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen sieben bis elf - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen.

Auch im Landkreis Passau ist die Zahl der Infektionszahlen hoch, dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 360, im niederbayerischen Landkreis Regen bei 391. Betroffen waren in letzter Zeit auch die Landkreise Rottal-Inn und Freyung-Grafenau. Außerhalb Niederbayerns lag im Freistaat nur Nürnberg mit 307,3 knapp über der 300er-Marke.

Ein Sprecher des Passauer Landratsamtes sprach ebenfalls von einer diffusen Lage. Es spielten mehrere Faktoren zusammen: einzelne Seniorenheime und Asylunterkünfte, ein großer Corona-Ausbruch im Schlachthof Vilshofen sowie die hohen Infektionszahlen in benachbarten Landkreisen. An einem einzigen Punkt festmachen lasse sich die Infektionszahl in der Region nicht.

Der Schlachthof in Vilshofen (Landkreis Passau) war in der vergangenen Woche geschlossen worden, nachdem sich 80 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Ab Dienstag soll der Betrieb zumindest teilweise wieder aufgenommen werden.

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