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Amokfahrt in Trier weckt schmerzliche Erinnerungen

Volkmarsen  

Amokfahrt in Trier weckt schmerzliche Erinnerungen

02.12.2020, 13:46 Uhr | dpa

Die Amokfahrt von Trier reißt bei den Bewohnern in Volkmarsen alte Wunden auf. Dort gab es im Februar eine ähnliche Tat. Die aktuellen Ereignisse in Rheinland-Pfalz seien daher auch für die Bewohner der nordhessischen Stadt sehr schockierend, sagte Bürgermeister Hartmut Linnekugel (parteilos) am Mittwoch: "Es ist unfassbar, dass solche Taten sich wiederholen können und durch vorhandene Restrisiken leider auch nicht ausgeschlossen werden können." In Volkmarsen hatte es viele Verletzte, aber keine Toten wie in Trier gegeben. Das "macht uns Volkmarser noch nachdenklicher und betroffener".

Nach bisherigen Ermittlungen hatte in Trier ein Mann am Dienstag mit einem Geländewagen absichtlich Menschen in der Fußgängerzone überfahren - fünf starben. In Volkmarsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg war beim Rosenmontagszug ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Der Fahrer - ebenfalls ein Deutscher - soll das Fahrzeug absichtlich dorthin gelenkt haben. Dutzende Menschen wurden verletzt, darunter viele Kinder. Die Zahl der Betroffenen gab die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt zuletzt mit mehr als 150 an.

Auch über neun Monate nach der Tat ist das Motiv des Fahrers unklar. Der 30-Jährige sitzt wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft und schweigt. "Hinweise auf eine politische Motivation der Tat haben die bisherigen Ermittlungen nicht ergeben", sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Wie lange es bis zu einer möglichen Anklage dauert, ist unbekannt. Aber: "Das umfangreiche Verfahren befindet sich in der Schlussphase der Ermittlungen."

Die Verarbeitung der Gewalttat dauert in Volkmarsen an. Es gebe koordinierte Angebote von Hilfsorganisationen, Kirchen und Trauma-Verbänden, die sehr stark genutzt würden, sagte Linnekugel. Aufgrund des Datenschutzes gebe es zwar keinen direkten Kontakt der Stadt zu den Betroffenen. Man habe aber die Verletzten und Angehörigen über das Land Hessen angeschrieben.

Als Reaktion auf die Attacke hatten die Kleinstadt mit Nachbarkommunen Fahrzeugbarrieren für 400 000 Euro gekauft. Diese seien noch nicht geliefert. Allerdings gebe es wegen des Teil-Lockdowns auch keine Veranstaltungen, wo man sie einsetzen könne.

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