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Inflationsrate im November noch tiefer unter der Nulllinie

Schwerin  

Inflationsrate im November noch tiefer unter der Nulllinie

02.12.2020, 14:33 Uhr | dpa

Die Inflationsrate in Mecklenburg-Vorpommern ist noch tiefer unter die Nullmarke gerutscht. Im November lagen die Verbraucherpreise im Schnitt 0,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau, nach minus 0,7 und minus 0,6 Prozent in den beiden Vormonaten. Von Oktober auf November sanken die Verbraucherpreise ebenfalls um 0,8 Prozent, wie das Statistische Amt in Schwerin am Mittwoch mitteilte. Hinter dem - auch bundesweit anhaltenden - Trend steht neben stark gefallenen Energiepreisen der Entlastungseffekt durch die zeitweise gesenkten Mehrwertsteuersätze.

Für die Bundesrepublik hatte das Statistische Bundesamt am Montag eine November-Inflationsrate von 0,3 Prozent geschätzt, nach jeweils minus 0,2 Prozent in den beiden Vormonaten. In Mecklenburg-Vorpommern liegen seit Juli die Verbraucherpreise konstant unter Vorjahresniveau.

Besonders erfreulich war die Entwicklung für Kraftfahrer. Benzin und Diesel wurden den Angaben des Landes-Statistikamtes zufolge im Nordosten im November um 13,1 Prozent billiger verkauft als vor einem Jahr. Die Preise für Heizöl fielen im Jahresvergleich sogar um 29,7 Prozent, für Fernwärme um 13,1 Prozent. Auch die Gaspreise gaben leicht um 1,0 Prozent nach, Strom hingegen wurde um 1,3 Prozent teurer. Trotz leicht steigender Mieten lagen die Wohnkosten insgesamt im Nordosten um 0,5 Prozent unter Vorjahresniveau.

Einen Sondereffekt für die Entlastung vieler Haushaltskassen brachte die Übernahme der Kita-Elternbeiträge durch das Land mit sich. Dies trug laut Statistikamt maßgeblich dazu bei, dass die Ausgaben für den Bereich Bildung um 26,0 Prozent unter Vorjahresniveau lagen. Minimal billiger wurden zudem langlebige Gebrauchsgüter wie Möbel und Elektrogeräte und erneut auch das Telefonieren.

Etwas tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucher beim täglichen Einkauf. Nahrungsmittel und Getränke waren insgesamt um 1,2 Prozent teurer als im November 2019. Doch zeigte sich eine differenzierte Preisentwicklung: Brot und Marmeladen wurden etwas billiger angeboten, Fleisch, Molkereiprodukte, Obst und Gemüse teurer. Wenn Gaststättenbesuche oder Hotelaufenthalte möglich waren, fielen diese laut Statistikamt um 3,8 Prozent teurer aus als im November 2019.

Die Inflationsrate wird monatlich nach einem Berechnungsmodus mit unterschiedlicher Gewichtung der einzelnen Lebensbereiche ermittelt. Am stärksten fallen die Bereiche Wohnen (32,5 Prozent), Verkehr (13), Freizeit (11) und Ernährung (10) ins Gewicht.

Die Inflation gilt als wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sinkende oder gar negative Inflationsraten sind in der Regel ein Alarmsignal für Währungshüter. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum mit seinen 19 Staaten mittelfristig eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an.

Das ist nach Einschätzung der Währungshüter weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn sind Preise dauerhaft niedrig oder sinken auf breiter Front, könnte dies Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben - im Glauben, dass es womöglich ja bald noch billiger wird. Diese abwartende Haltung kann die Konjunktur ausbremsen.

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