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3000 Freiwillige für Schnelltests: Neue Corona-Stufen

Hildburghausen  

3000 Freiwillige für Schnelltests: Neue Corona-Stufen

02.12.2020, 14:45 Uhr | dpa

3000 Freiwillige für Schnelltests: Neue Corona-Stufen. Coronavirus - Hildburghausen

Ein Schild weist den Weg zur Corona-Teststelle im Staatlichen Berufsbildenden Schulzentrum Hildburghausen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Aktuell (Quelle: dpa)

Im Thüringer Corona-Hotspot Hildburghausen wollen sich bisher rund 3000 Kinder, Lehrer und Erzieher an freiwilligen Corona-Schnelltests beteiligen. Das seien etwa ein Drittel der Anspruchsberechtigten, sagte Landrat Thomas Müller (CDU) am Mittwoch in Hildburghausen. Die Bereitschaft, das Testangebot zu nutzen, steige spürbar nach anfänglicher Zurückhaltung.

Während sich im Kreis Hildburghausen der Warnwert von festgestellten Neuinfektionen gerechnet auf 100 000 Einwohner binnen einer Woche etwas abschwächte, ist die Zahl der Neuinfektionen insgesamt in Thüringen weiterhin hoch. Das Gesundheitsministerium reagierte mit einem neuen Stufenplan, der je nach Infektionslage regionale Einschränkungen mit harten Kontaktbeschränkungen vorsieht.

In Hildburghausen wurden nach Angaben des Landrats am Dienstag beim Start der laut Gesundheitsministerium bundesweit einmaligen Testaktion von Kindergarten- und Schulkindern und ihren Betreuern rund 900 Untersuchungen vorgenommen. Es habe insgesamt acht positive Ergebnisse unter Kinder, Jugendlichen und Pädagogen gegeben. Wer negativ getestet sei, könne in Kita oder Schule zurückkehren - noch vor der geplanten generellen Wiedereröffnung am 14. Dezember. Weitere 800 bis 1000 Test sollten am Mittwoch folgen. Die Aktion laufe noch bis Freitag und würde bei Bedarf bis Montag verlängert, sagte Müller.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bekräftigte, dass die Kosten vom Land getragen würden. Es ständen insgesamt rund 11 000 Antigen-Tests zur Verfügung. Allein sie kosten nach Angaben einer Ministeriumssprecherin etwa 100 000 Euro.

Werner verspricht sich von der nach ihren Worten einmaligen Aktion in Thüringen Aufschluss darüber, ob es eine hohe Dunkelziffer an Infektionen in Kita und Schulen gibt oder ob sie "sichere Orte sind". Darüber könnte auch eine Momentaufnahmen, wie sie die Test seien, Aufschluss geben, sagte Werner. Das diffuse Infektionsgeschehen quer durch alle Orte und Altersgruppen "macht uns Sorgen", sagte der Landrat.

Der Südthüringer Kreis an der Landesgrenze zu Bayern war tagelang die Region in Deutschland mit der höchsten Inzidenz mit bis zu 630 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen. Am Mittwoch ging der Wert weiter zurück und lag laut Gesundheitsministerium bei rund 459 nach 519 am Vortag.

Landesweit näherte sich die Zahl nachgewiesener Neuinfektionen erneut der Marke von 500 innerhalb eines Tages. Von Dienstag auf Mittwoch kamen 471 neue Fälle hinzu, so das Gesundheitsministerium. Das Infektionsgeschehen habe sich seit der vergangenen Woche deutlich verstärkt. Im Durchschnitt seien 465 Infektionen am Tag gemeldet worden, in der Woche davor waren es den Angaben nach 394 täglich. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen gemessen an 100 000 Einwohnern lag thüringenweit bei 138.

Ein neuer Erlass der Landesregierung gibt den Kommunen Handlungsempfehlungen bei steigenden Corona-Infektionszahlen. In Abstufungen werden dabei Maßnahmen genannt, die ab einer Zahl von 35, 50, 100 und 200 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen zu erfolgen haben. Neu eingeführt wurde die höchste Stufe, die ab 200 Neuinfektionen innerhalb einer Woche gilt.

Dann soll es noch strengere Kontaktbeschränkungen geben. Dann sollen sich nur noch Angehörige eines Haushalts in der Öffentlichkeit gemeinsam aufhalten dürfen. Zudem soll jeder Aufenthalt in der Öffentlichkeit auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. Bei Trauerfeiern dürfen nur noch Angehörige ersten Grades des oder der Verstorbenen teilnehmen, an standesamtlichen Trauungen nur die Eheleute und deren Kinder sowie Angehörige des Haushalts, hinzukommen der Standesbeamte und die Trauzeugen.

Bei einer Inzidenz von 200 sollen Bolz- und Spielplätze geschlossen werden, ebenso zoologische und botanische Gärten sowie Tierparks, auch Fahr- und Flugschulen. Betriebe werden aufgefordert, für ihr Personal ein Wechselmodell für Heim- beziehungsweise Telearbeit anzuordnen, so dass sich immer nur dieselben Gruppen am Arbeitsplatz- oder in Heim- oder Telearbeit befinden. Zudem kann ein Verbot der Abgabe von Alkohol und des Alkoholkonsums auf bestimmten öffentlichen Plätzen oder in bestimmten öffentlich zugänglichen Einrichtungen verhängt werden.

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