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Kriminalpsychologe: Netzwerk zur Gefahr-Erkennung wie Trier

Darmstadt  

Kriminalpsychologe: Netzwerk zur Gefahr-Erkennung wie Trier

02.12.2020, 14:59 Uhr | dpa

Nach der Amokfahrt in Trier hat sich der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann für ein Netzwerk aus Polizei sowie psychiatrischen und sozialen Einrichtungen zur Früherkennung möglicher Gefahren ausgesprochen. "Falls jemand auffällig ist, haben lokale Teams das größte Potenzial, um gegenzusteuern", sagte der Leiter des Instituts für Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt. Im Raum Nürnberg gebe es bereits ein solches Netzwerk.

"Man kann sicher nicht alle Taten verhindern. Aber es geht um ein Management, mit dem man Motivationen einschätzen und entschärfen kann", sagte Hoffmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Auch bei psychisch kranken Tätern lasse sich das Risiko oft erkennen.

Nach der Amokfahrt in Trier kam der Verdächtige in Untersuchungshaft. Wegen Hinweisen auf eine mögliche psychische Erkrankung war auch die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung infrage gekommen. Der Mann soll den Behörden zufolge in den Tagen vor der Tat in seinem Auto gelebt haben. "Allgemein kommt es im Vorfeld solcher Taten sehr häufig zu einer destabilisierten Phase", sagte Hoffmann. Die Struktur zeige Auflösungserscheinungen.

Den Medien riet der Kriminalpsychologe, den Täter und seine Tat nicht zu überhöhen, sondern möglichst nüchtern zu schildern - auch, um keinen Anreiz für Nachahmer zu schaffen. "Das kann auch Opfern helfen, dieses schwere Trauma zu verarbeiten", sagte Hoffmann.

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