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Neuer Rekord bei Corona-Fällen: Schärfere Regeln

Potsdam  

Neuer Rekord bei Corona-Fällen: Schärfere Regeln

03.12.2020, 11:44 Uhr | dpa

Neuer Rekord bei Corona-Fällen: Schärfere Regeln. Eine Mikroskopaufnahme zeigt das Coronavirus

Eine Mikroskopaufnahme zeigt das Coronavirus. Foto: Uncredited/Centers for Disease Control and Prevention/AP/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Trotz der verschärften Corona-Maßnahmen haben die Ansteckungen in Brandenburg einen neuen Höchstwert erreicht. Das Gesundheitsministerium berichtete am Donnerstag von 661 bestätigten Neuinfektionen - das ist der höchste Wert seit dem 26. November, an dem 629 gemeldet wurden. Binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 um 16 auf 425. Am Mittwoch hatte die Zahl der Gestorbenen innerhalb eines Tages mit 26 einen bisherigen Höchststand erreicht.

Corona-Schwerpunkt bleibt im Süden Brandenburgs der Landkreis Oberspreewald-Lausitz - dort gelten ab kommenden Montag schärfere Bestimmungen. Sie umfassen Maßnahmen im Schulbetrieb, beim Besuchsrecht in Pflegeheimen und bei Bestattungen. Zudem soll ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit gelten, wie der Landkreis am Donnerstag mitteilte. Die schärferen Auflagen sollen an diesem Freitag in einer Allgemeinverfügung veröffentlicht werden.

Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben des Landkreises 76 neue Ansteckungen registriert. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wuchs auf einen Wert von 331,9 - nach 317,3 am Vortag. Der Wert für ganz Brandenburg liegt bei 132,3 - nach 131,1 einen Tag zuvor.

Vom kommenden Montag an soll an Grundschulen des Landkreises in den Gebäuden das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gelten, im Außenbereich aber nicht. Schüler an weiterführenden Schulen sollen in kleinere Lerngruppen aufgeteilt werden und Wechselunterricht erhalten. Der Sportunterricht ist per Allgemeinverfügung untersagt. In stationären Pflegeeinrichtungen ist höchstens ein Besucher je Patient oder Bewohner täglich für maximal eine Stunde zulässig. Bestattungen dürfen nur im engsten Familienkreis stattfinden; unter freiem Himmel sind nur 25 Menschen erlaubt. Zudem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

In ganz Brandenburg liegen aktuell 510 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus; 119 von ihnen werden intensivmedizinisch betreut, 74 müssen beatmet werden. Die Zahl der Erkrankten seit Beginn der Pandemie stieg damit um 95 auf 6899. Insgesamt haben sich seit März 21 773 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Als genesen gelten 14 449 Menschen - 550 mehr im Vergleich zum Vortag.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verteidigte am Donnerstag die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des wegen der Corona-Pandemie verhängten Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar. Brandenburg habe aktuell den Höchststand seit Beginn der Pandemie, sagte der Regierungschef am Donnerstag in Potsdam. Daher müssten die notwendigen Maßnahmen in den kommenden Wochen aufrechterhalten bleiben.

Seit Anfang November sind Restaurants, Museen, Theater und Freizeiteinrichtungen im Teil-Lockdown geschlossen. "Wir wissen, dass wir mit den Maßnahmen, die wir treffen müssen, deutschlandweit - aber auch hier in Brandenburg - tief in das Leben der Menschen eingreifen", räumte Woidke ein. "Deswegen machen wir uns das nicht leicht, deswegen auch diese häufigen Abstimmungen." Diese seien aber erforderlich, um in Deutschland möglichst einheitlich vorzugehen.

Unterdessen wollen sich mehr und mehr Schulen im Land technisch besser ausstatten. Bis Ende November gingen 430 Anträge für Fördermittel des Bundes aus dem Digitalpakt in Höhe von insgesamt über 85 Millionen Euro ein, wie das Bildungsministerium am Donnerstag mitteilte. Davon seien 134 Anträge mit einer Förderung in Höhe von insgesamt 18,4 Millionen Euro bewilligt worden. Einen Monat zuvor waren es den Angaben nach 327 Anträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 58 Millionen Euro. Davon waren 99 Anträge mit einem Fördervolumen von rund 12,7 Millionen Euro genehmigt worden.

In Brandenburg gibt es 915 Schulen. Als die Einrichtungen im März wegen der Corona-Krise geschlossen wurden, ging der Unterricht vielfach zwar online weiter, aber längst nicht immer war dies möglich, weil die Internetverbindung oder das technische Gerät fehlten.

Der Digitalpakt Schule aus Mitteln des Bundes soll für die digitale Ausstattung der Schulen und für mobile Geräte sorgen. Der Bund stellt über einen Zeitraum von fünf Jahren fünf Milliarden Euro zur Verfügung, davon in dieser Wahlperiode 3,5 Milliarden Euro. Für mobile Endgeräte stellte der Bund für Brandenburg 16,8 Millionen Euro bereit. Mit dem Geld sollen insbesondere Schülerinnen und Schüler versorgt werden werden, die zu Hause über keine Geräte verfügen.

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