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Gewerkschaft verärgert über Umzugspläne von Stena Line

Rostock  

Gewerkschaft verärgert über Umzugspläne von Stena Line

03.12.2020, 14:00 Uhr | dpa

Gewerkschaft verärgert über Umzugspläne von Stena Line. Reederei Stena Line

Die Stena Scandinavica der schwedischen Stena Line Reederei liegt am Kai. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Mit Verärgerung hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf die Pläne der Reederei Stena Line für einen Umzug von Rostock nach Hamburg reagiert. Gleichzeitig soll das Fährschiff "Mecklenburg Vorpommern" unter schwedischer Flagge fahren. Die Geschäftsführung von Stena Line wolle Gewinne maximieren und die Mitarbeiter dafür die Zeche zahlen lassen, sagte die Leiterin der EVG-Geschäftsstelle, Anke Brauer, am Donnerstag in Rostock. "Wir erwarten einen fairen Personalübergang, also einen angemessenen Sozialplan für alle Beschäftigten."

Stena Line hatte am Mittwoch die für das Frühjahr 2021 vorgesehenen Veränderungen mit der Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen begründet. Hamburg sei einer der führenden Standorte der maritimen Wirtschaft und logistischer Knotenpunkt inmitten Europas, sagte Geschäftsführer Ron Gerlach. Die von Deutschland ausgehenden Routen Kiel-Göteborg, Rostock-Trelleborg und Travemünde-Liepaja (Lettland) seien Vorzeigedienste im europaweiten Routennetzwerk und würden von Stena Line weiter betrieben. Auch die Umflaggung der Fähre passe zu dem Ziel, die Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten.

Erst im April hatte Stena Line die Route Sassnitz-Trelleborg, die sogenannte Königslinie, geschlossen. Brauer zeigte sich erschüttert, in welcher Geschwindigkeit Stena Line die Veränderung vornehme. Die rund 90 Mitarbeiter auf der Fähre müssten zu anderen Tarifbedingungen arbeiten, was ihnen auch noch nicht erklärt worden sei. Die Stena-Pläne kämen einer Zerschlagung der betrieblichen Mitbestimmung gleich. Brauer kritisierte, dass die Mitarbeiter mit diesen Plänen kurz vor Weihnachten in Unsicherheit versetzt werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) bedauerte die Entscheidung von Stena Line. Mecklenburg-Vorpommern sei ein traditioneller Standort für Reederei-Sitze und wolle dies bleiben. Nun sei es wichtig, dass zumindest die weiteren Fährverkehre von Rostock aus eine Perspektive behalten.

"Wir sehen dabei allerdings mit Sorge, wenn Schiffe ausgeflaggt und Arbeitsverhältnisse anderen staatlichen Arbeitsrechtsregimen unterstellt werden sollen", sagte Pegel. Dies zeige deutlich, dass die Pandemiefolgen auch in den Häfen, wenn auch zeitverzögert, ankämen. Die Reedereien müssten aufpassen, dass der dringend benötigte Nachwuchs in den Reedereien genauso wie auf den Schiffen nicht frühzeitig verunsichert werde und sich anderweitig orientiere.

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