Sie sind hier: Home > Regional >

Zwergzebu-Kalb überlebt Seite an Seite mit Wildschwein

Heinbockel  

Zwergzebu-Kalb überlebt Seite an Seite mit Wildschwein

09.12.2020, 06:03 Uhr | dpa

Zwergzebu-Kalb überlebt Seite an Seite mit Wildschwein. Zwergzebu-Kalb mit Wildschwein

Die Aufnahme einer Wildtierkamera zeigt ein Zwergzebu-Kalb (l) und einen Frischling. Foto: Susanne Lüdke/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Ein verwaistes Zwergzebu-Kalb hat sich mit einem jungen Wildschwein angefreundet und im Moor in der Nähe von Stade überlebt. Das asiatische Jungtier war nach dem Abschuss seiner Mutter im Alter von drei Monaten auf sich gestellt, Besitzer und Tierschützer hatten es aufgegeben. Erst, als ein Spaziergänger es entdeckte, ging im Herbst die Suche der Tierhilfe Kitz&Co los. Mit Futter lockten Susanne Lüdtke und Sabrina Menge das ungleiche Paar an und filmten es mit Wärmebildkameras. "Sie sind sehr vertraut miteinander umgegangen, sie haben sich wohl gegenseitig geschützt", erzählt Susanne Lüdtke. "Es ist wie eine Vorweihnachtsgeschichte."

Ihre Vermutung: Auch das kleine Wildschwein war ohne Eltern in der Gegend unterwegs. Als die beiden Tierschützerinnen das Zwergzebu fanden, war es 60 cm groß und 80 Kilogramm schwer. "Wir haben es Prinzessin genannt", sagt die gelernte Tischlerin, die sich ehrenamtlich für Jungtiere engagiert. Prinzessin und seine Mutter Vicky waren Ende Juni von einer Züchterin im Harz nach Hagenah bei Stade verkauft worden.

"Die neuen Besitzer hätten die beiden zwei Wochen einsperren müssen, sie waren aufgeregt von der Fahrt", berichtet Lüdtke. So überwanden die Rinder die nicht besonders hohen Zäune auf Anhieb und flüchteten ins Moor, Mutter Vicky wurde kurze Zeit später zum Abschuss freigegeben. Die Kuh wurde gejagt und verendete. "Alle sagten, ohne Milch hätte Prinzessin keine Überlebenschance." Die Tierschützerinnen litten mit, weil die asiatischen Tiere kälteempfindlich sind.

Acht Wochen dauerte es, bis das friedliche kleine Hausrind Ende November eingefangen wurde. Inzwischen ist es zurück bei seiner Besitzerin im Harz und 20 Zentimeter gewachsen. "Sie ist wesentlich kleiner als normal, hat in der Entwicklung einfach gelitten", sagt Lüdtke. Der Frischling ist im Moor geblieben.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal