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Schärfere Corona-Regeln in mehreren Kommunen in Brandenburg

Frankfurt (Oder)  

Schärfere Corona-Regeln in mehreren Kommunen in Brandenburg

10.12.2020, 09:55 Uhr | dpa

Immer mehr Landkreise und kreisfreie Städte in Brandenburg reagieren mit schärferen Corona-Regeln auf steigende Infektionszahlen. Seit Donnerstag gelten in Potsdam, Frankfurt (Oder) und im Kreis Oder-Spree umfangreiche Beschränkungen in den Schulen und der Öffentlichkeit. Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen schnellte trotz der Beschränkungen auf einen Rekordwert von 950 innerhalb eines Tages, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Hotspot bleibt der Kreis Oberspreewald-Lausitz mit 394 neuen Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche.

Ob und wann die Landesregierung über schärfere Corona-Vorgaben entscheidet, war zunächst offen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) kündigte für die Hauptstadt die Schließung vieler Geschäfte und längere Ferien für Schüler an. Ab wann das gilt, war zunächst offen. Dies müsse auch mit Brandenburg abgestimmt werden, sagte Müller. Diese schärferen Corona-Regeln bestehen in Brandenburg oder sind geplant:

In FRANKFURT (ODER) gilt seit Donnerstag eine Maskenpflicht auch für Grundschüler ab sechs Jahren im Schulgebäude - sowie generell in stärker besuchten Bereichen der Stadt. Oberstufenschüler außer Abschlussklassen haben wechselnden Unterricht in der Schule und zuhause. Der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und Wochenmärkte sind verboten. In Frankfurt (Oder) liegt die Zahl neuer Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche laut Gesundheitsministerium bei 180 unter der Schwelle von 200.

Im LANDKREIS ODER-SPREE müssen Grundschüler seit Donnerstag in Schulen drinnen und draußen Masken tragen. Für Oberstufenschüler gilt bei mehr als 200 neuen Infektionen je 100 000 Einwohnern in einer Woche wechselnder Unterricht außer für Abschlussklassen. Dieser Wert lag laut Gesundheitsministerium bei 270. Wochenmärkte und der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit sind auch hier verboten.

Die LANDESHAUPTSTADT POTSDAM hat die Maskenpflicht seit Donnerstag in der Innenstadt ausgeweitet und auf Babelsberg ausgedehnt. Für Oberstufenschüler soll wechselnder Unterricht zwischen der Schule und zuhause gelten. Ein Alkoholverbot in Teilen der Innenstadt und ein Verbot zum Essen von Speisen auf Wochenmärkten sind in Planung. In Potsdam lag die Zahl neuer Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche bei 182.

Der Corona-Hotspot OBERSPREEWALD-LAUSITZ führt von Montag an eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 5 Uhr ein, wie er am Mittwoch mitteilte. Weiterführende Schulen bleiben bis zum 8. Januar geschlossen. Im Landkreis SPREE-NEIßE gibt es schon seit dem 5. Dezember schärfere Regeln wie ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Dort lag die Zahl der Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche bei 310.

Auch die Situation in den Krankenhäusern in einzelnen Regionen ist aus Sicht der Landeskrankenhausgesellschaft sehr ernst. Bereits jetzt fänden Verlegungen von Patienten in weniger belastete Gebiete des Landes statt, sagte Geschäftsführer Michael Jacob am Donnerstag. Er nannte vor allem die Niederlausitz. "Dort ist die Lage dramatisch."

Die Krankenhausgesellschaft rechnet damit, dass sich die Lage weiter verschärfen wird. "Das, was wir heute im Krankenhaus sehen an schweren Fällen, das ist das Infektionsgeschehen von vor drei bis vier Wochen. Die Zahlen sind nicht runtergegangen", sagte Jacob.

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