Sie sind hier: Home > Regional >

Schwerer Kindesmissbrauch: Mutter und Verdächtige in U-Haft

Schweinfurt  

Schwerer Kindesmissbrauch: Mutter und Verdächtige in U-Haft

16.12.2020, 15:33 Uhr | dpa

Schwerer Kindesmissbrauch: Mutter und Verdächtige in U-Haft. Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand: Drei Personen sitzen wegen eines Missbrauchsfalls in Bayern in Untersuchungshaft. (Quelle: dpa/Symbolbild/David-Wolfgang Ebener)

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand: Drei Personen sitzen wegen eines Missbrauchsfalls in Bayern in Untersuchungshaft. (Quelle: Symbolbild/David-Wolfgang Ebener/dpa)

Über mehrere Jahre soll ein Mann aus dem Raum Schweinfurt die Tochter seiner Lebensgefährtin schwer sexuell missbraucht und anderen Männern für sexuelle Handlungen angeboten haben. Drei Verdächtige sitzen nun in Untersuchungshaft, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Darunter ist auch die Mutter des Kindes - sie soll von den Taten gewusst und diese toleriert haben.

Das Mädchen soll neun Jahre alt gewesen sein, als der Lebensgefährte anfing, sie in regelmäßigen Abständen sexuell zu missbrauchen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um eine "Vielzahl von Fällen", die sich von Ende 2018 bis Juli 2020 vorwiegend in der Wohnung im Raum Schweinfurt abspielten. Von dem Missbrauch wurden teilweise Bilder und Videos angefertigt.

Die Ermittlungen kamen durch einen Lastwagenfahrer ins Rollen, dem im Juli auf einem Parkplatz an der Autobahn 70 sexuelle Dienstleistungen von einem minderjährigen Mädchen angeboten worden waren. Dort soll der Mann die Tochter seiner Lebensgefährtin mehrmals gegen Geld angeboten haben. Ein bislang Unbekannter hatte das Angebot angenommen - Ermittler fahnden noch nach diesem Mann.

In mindestens zwei Fällen soll der Lebensgefährte das Kind einem 50-Jährigen, der ebenfalls aus der Region stammt, für sexuelle Handlungen angeboten haben. Dabei kam es zunächst zum Austausch von pornografischen Bildern zwischen dem Mann und dem Mädchen. Bei den anschließenden Übergriffen, die sich laut Polizei im Juli 2020 in der Wohnung des Beschuldigten ereignet hatten, soll auch der Lebensgefährte der Mutter dabei gewesen sein.

Der 50-Jährige wurde im September festgenommen und sitzt seither wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Schriften und sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen in Untersuchungshaft.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Lebensgefährten wurde eine Vielzahl von kinderpornografischen Dateien sichergestellt. Diese hatte er sich offenbar über das Internet verschafft. Der Mann wurde im August festgenommen, unter anderem wegen schwerem sexuellen Missbrauchs von Kindern in mindestens 30 Fällen sowie der Anstiftung zum schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes.

Auch in Mittelfranken wurde am Mittwoch ein Mann festgenommen, weil er ein Mädchen schwer sexuell missbraucht haben soll. Der 21-Jährige hatte das Kind Dienstagnachmittag auf dem Heimweg von der Schule unter einem Vorwand in eine Wohnung gelockt. Eine Freundin der Mutter fand das Mädchen anschließend weinend auf einer Straße in Ansbach und rief die Polizei. Es stand unter Schock und wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht - zuvor zeigte es der Polizei die mutmaßliche Tatwohnung.

Die Mutter des Kindes aus Schweinfurt sitzt wegen Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern durch Unterlassen in Untersuchungshaft - sie soll spätestens seit Ende 2018 gewusst haben, dass sich ihr Lebensfährte sexuell an ihrer Tochter vergeht.

Immer wieder geraten Mütter in den Fokus der Ermittler, wenn es um sexuellen Missbrauch von Kindern geht. Sie helfen, schauen zu - oder schauen weg. In Staufen bei Freiburg bot eine Mutter ihren siebenjährigen Jungen zum sexuellen Missbrauch an und soll sich mit ihrem Lebensgefährten einzeln und gemeinsam sexuell an dem Jungen und einem dreijährigen Mädchen vergangen haben. Gegen Geld wurde er an weitere Männer vermittelt, die Teil eines Kinderpornografierings sein sollen - die Täter wendeten teilweise rohe Gewalt an, missbrauchten, quälten und erniedrigten.

Auch der Mutter einer Zwölfjährigen aus Cottbus und der Mutter eines Kleinkindes aus dem Landkreis Reutlingen sowie einer Erzieherin aus dem Landkreis Karlsruhe wird derzeit Beihilfe oder Missbrauch am eigenen Kind vorgeworfen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal