Sie sind hier: Home > Regional >

Erneut Vorwürfe gegen Schweinehalter in Grafschaft Bentheim

Nordhorn  

Erneut Vorwürfe gegen Schweinehalter in Grafschaft Bentheim

21.12.2020, 13:23 Uhr | dpa

Das Deutsche Tierschutzbüro hat erneut Fälle von Tierquälerei in der Schweinehaltung im Landkreis Grafschaft Bentheim veröffentlicht. Wie die Tierschutzorganisation am Montag mitteilte, zeigten heimliche Videoaufnahmen unsachgemäße und gesetzeswidrige Nottötungen von Schweinen sowie stark verdreckte Schweinebuchten und Tiere mit blutenden Wunden und Verletzungen.

"Die versteckten Aufnahmen zeigen sehr deutlich, dass die Tiere nach dem Schlag noch regelrecht nach Luft schnappen, doch geholfen wird ihnen nicht, das ist reinste Tierquälerei" sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Tierschutzbüros, Jan Peifer.

Der zuständigen Staatsanwaltschaft Oldenburg lagen am Montag allerdings noch keine Strafanzeige und auch noch keine Videoaufnahmen vor, erklärte ein Sprecher. Er vermute, dass das noch geschehen werde. In diesem Fall würden die Informationen und Videoaufnahmen strafrechtlich geprüft.

Die Aufnahmen zeigen, dass ein Landwirt und sein Helfer versuchen, mehrere Schweine im Gewicht von 20 bis 25 Kilo mit einem Schlag des Nackens über die Stallbuchtenkante zu betäuben. Dieses Verhalten sei ganz klar verboten, sagte der Kreisveterinär des Landkreises, Hermann Kramer. Man müsse davon ausgehen, dass die Tiere dabei Schmerzen erlitten. In seinem langjährigen Berufsleben habe er solche Szenen noch nicht gesehen. "Ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemals Bilder so erschüttert haben wie diese", sagte Kramer.

Er habe kein Verständnis dafür, wenn Landwirte so mit verletzten oder kranken Tieren umgehen, sagte Kramer. Sie müssten den Tierarzt holen. Wenn Landwirte selber Tiere nottöten wollten, müssten sie das sachgerecht machen. Wer das nicht könne, müsse das Experten überlassen. In der Grafschaft böten auch einige Metzger den Landwirten an, im Notfall Tiere fachgerecht zu töten.

Bereits Anfang Dezember hatte das Deutsche Tierschutzbüro unter Bezug auf Videos Vorwürfe gegen andere Schweinehaltungsbetriebe in dem Landkreis erhoben. Hier seien zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte Kramer.

Aufgrund des übermittelten Bildmaterials bestehe in diesen Fällen der Anfangsverdacht von Straftaten im Sinne des Tierschutzgesetzes, die mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden können, hieß es dazu von der Staatsanwaltschaft in Oldenburg.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal