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Corona-Impfkampagne nimmt Fahrt auf: Station in Nordhorn

Nordhorn  

Corona-Impfkampagne nimmt Fahrt auf: Station in Nordhorn

29.12.2020, 03:35 Uhr | dpa

Corona-Impfkampagne nimmt Fahrt auf: Station in Nordhorn. Coronavirus - Impfbeginn in der Grafschaft Bentheim

Eine Mitarbeiterin vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) verlässt das Impfzentrum in Nordhorn. Foto: Sina Schuldt/dpa (Quelle: dpa)

In Niedersachsen nimmt die Impfkampagne im Kampf gegen das Coronavirus Fahrt auf. Am Dienstag wurden rund 180 Menschen in Nordhorn an der niederländischen Grenze geimpft. Es handelte sich um Bewohner und Mitarbeiter eines Pflegeheimes sowie Angehörige des mobilen Impfteams, wie eine Sprecherin des Landkreises Grafschaft Bentheim erläuterte. Der Landkreis gehört zu den landesweit derzeit am stärksten betroffenen Regionen. In ihm gilt mindestens bis zum 12. Januar eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Zwischen 21 und 5 Uhr dürfen die Bewohner ihre Häuser und Wohnungen nur aus beruflichen oder medizinischen Gründen verlassen.

"Wir wollen die Neuinfektionszahlen nach unten bringen und möglichst schnell impfen", sagte Landrat Uwe Fietzek (parteilos) im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Falls die Zahlen nicht zu drücken seien, müsse man über eine Verlängerung der Ausgangsbeschränkung nachdenken. Die Ursache für die vergleichsweise hohen Infektionszahlen sei unklar. "Wir konnten es nicht fokussieren, es war breit gestreut. Insofern sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass es auch um das Verhalten im privaten Bereich geht", sagte Fietzek.

In Niedersachsen wurden am Dienstag 837 Corona-Neuinfektionen und 80 Corona-Tote binnen eines Tages registriert. Allerdings sind diese Zahlen nach Behördenangaben nur bedingt aussagekräftig, da an Feiertagen weniger getestet und weniger gemeldet werde. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner lag im Landesdurchschnitt bei 93,7 - das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vortag. In der Grafschaft Bentheim lag der Wert bei 167,0.

Bis einschließlich Montag wurden in Niedersachsen 835 Menschen mit der ersten Dosis des Corona-Impfstoffs geimpft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag berichtete. Für Bremen wies das RKI 592 Impfungen aus. Mit den bisherigen Impfungen liegen die beiden Länder im Vergleich im unteren Drittel. Nur für Brandenburg (107), Thüringen (257), Sachsen (857) und das Saarland (862) lag der Wert auch noch unter 1000.

Bundesweit erhielten 41 962 Menschen die erste Dosis gegen das Coronavirus. Der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug demnach 19 084 Impfungen. Das ist allerdings nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften, sondern kann auch Nachmeldungen einschließen, wie das RKI schreibt. Die Daten legten nahe, dass in den ersten Tagen - entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission - vor allem mobile Impfteams in Altenheimen impften, erläutert RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher mit Blick auf die eher geringe Zahl an Impfungen bundesweit.

Erstmals wurde in Niedersachsen die neue, möglicherweise besonders ansteckende Coronavirus-Variante aus Großbritannien nachgewiesen, wie am Montagabend bekannt wurde. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) habe bei einem Infektionsfall aus dem November im Nachhinein die Virus-Variante B1.1.7 bestimmen können, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Es handele sich um die Proben eines mittlerweile gestorbenen, sehr alten Covid-Patienten mit Vorerkrankungen sowie seiner Frau.

Nach derzeitigem Kenntnisstand soll die Impfung auch gegen die Mutation wirken. "Das Auftreten der Virus-Variante ist für uns alle ein weiterer Anlass, uns ganz besonders streng an die geltenden Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen zu halten", sagte der Leiter des Krisenstabs der niedersächsischen Landesregierung, Heiger Scholz.

Niedersachsen konzentriert sich in den ersten Januarwochen auf den Einsatz von mobilen Impfteams in Alten- und Pflegeheimen. Für Mittwoch wurde der Impfstart in Einrichtungen in der Stadt Osnabrück, im Landkreis Nienburg sowie möglicherweise auch in der Region Hannover angekündigt.

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