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Mehr Demos trotz Corona: Städte registrieren Höchstzahlen

Kassel  

Mehr Demos trotz Corona: Städte registrieren Höchstzahlen

04.01.2021, 05:14 Uhr | dpa

Trotz Kontaktbeschränkungen und wochenlanger Demo-Pause wegen der Corona-Pandemie wurde auf Hessens Straßen 2020 vielerorts öfter demonstriert als in den Vorjahren. Bereits Anfang Dezember registrierten viele große Städte abermals Höchstzahlen von öffentlichen Kundgebungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt. Der Protest gegen Corona-Beschränkungen war dabei ein Thema, aber nicht allein beherrschend. Auch die Themen Umweltschutz, Rassismus und Autobahnbau trieben die Hessen auf die Straßen.

Einen Höchstwert registrierte Anfang Dezember beispielsweise Kassel mit 284 angemeldeten Kundgebungen (Vorjahr: 212). In Gießen gab mindestens 228 Versammlungen (Vorjahr: 209). 137 Demonstrationen zählte Fulda (Vorjahr: 68). In Darmstadt stieg die Zahl der angemeldeten Demos von 186 auf mehr als 269. In Wiesbaden fanden im vergangenen Jahr 220 Versammlungen statt (Vorjahr: 158). Frankfurt blieb entgegen der Tendenz unter der Vorjahreszahl von 1754 Demos, hier wurden bis kurz vor dem Jahreswechsel 1201 Demonstrationen gezählt.

Der Kasseler Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder wertet die Entwicklung als gutes Zeichen. "Unbefriedete Interessen gibt es immer,und wenn diese sich rechtzeitig und im Rahmen unserer Spielregeln artikulieren, ist das Ausdruck einer vitalen Demokratie", sagte der Professor der Universität Kassel.

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