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Oberharz kämpft mit Besuchermassen: Und rät von Harzreise ab

Barsinghausen  

Oberharz kämpft mit Besuchermassen: Und rät von Harzreise ab

05.01.2021, 14:42 Uhr | dpa

Oberharz kämpft mit Besuchermassen: Und rät von Harzreise ab. Coronavirus - Winter im Deister

Polizisten stehen am Nienstedter Pass im Deister. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Aktuell (Quelle: dpa)

Nach dem Ansturm von Ausflüglern auf den Harz am Wochenende sollen mehr Polizeipräsenz, Straßensperren und Kontrollen helfen, die Besuchermassen besser zu bewältigen. An erster Stelle wurde jedoch an die Vernunft appelliert: Ausflügler sollten von einer Reise in den Harz absehen. "Wir freuen uns grundsätzlich über jeden Besucher. Aktuell befinden wir uns jedoch in einem Ausnahmezustand, daher ist es nicht angezeigt und unverantwortlich, umfangreiche Tagesausflüge zu unternehmen", sagte Goslars Landrat Thomas Brych am Dienstag. "Wir bitten daher mit Nachdruck darum, von einer Reise in den Harz abzusehen. Bleiben Sie zu Hause."

Alle, die sich nicht an diese Bitte hielten, müssten sich auf ein erhebliches Aufgebot von Polizei und Ordnungskräften, Kontrollen, Straßensperrungen und Abschleppaktionen einstellen. Das ist das Ergebnis eines runden Tisches von Kommunen, Polizeiinspektion, des Harzer Tourismusverbandes und der Kreisverwaltung Goslar. In der kommenden Woche will die Runde gegebenenfalls nachsteuern. Am Wochenende hatten sich im Harz kilometerlange Staus gebildet, nachdem viele Ausflügler sich entgegen aller Mahnungen auf den Weg zu dem Mittelgebirge gemacht hatten.

Auch Niedersachsens Regierungssprecherin Anke Pörksen appellierte an die Bevölkerung, auf andere Ausflugsziele in der Natur auszuweichen. "Es ist teils besorgniserregend, dass Menschen sich sehenden Auges in Gefahren begeben, die mit den Ladenschließungen vermieden werden sollten." Die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, betonte, jede Menschenansammlung stelle eine Infektionsgefahr dar, auch im Freien.

Neben dem Harz zieht es viele Menschen auch in den verschneiten Deister. Das sorge in dem Höhenzug nahe Hannover für eine angespannte Verkehrslage und überfüllte Parkplätze, teilte die Polizei Hannover via Twitter mit. Am Nienstedter Pass im Deister ahndeten sowohl Polizisten als auch Mitarbeiter des Ordnungsamt Parkverstöße von Autofahrern, die ihre Fahrzeuge am Straßenrand abgestellt hatten.

Das nahmen einige allerdings gern in Kauf: "Hauptsache, wir können endlich mal Schlitten fahren. Zu Hause fällt uns die Decke auf den Kopf, wegen des Corona-Lockdowns kann man ja nichts machen", sagte eine Frau. Vor allem in den höheren Lagen dürfte es winterlich bleiben: In den Hochlagen des Harzes erwartet der Deutsche Wetterdienst Dauerfrost bis minus ein Grad.

Für den Oberharz betonte Petra Krischker, Leiterin der Polizeiinspektion Goslar: "Bevor es zu einer Überfüllung im Oberharz kommen sollte, vor allem im Bereich der Ortslage Torfhaus, werden wir von Straßensperrungen Gebrauch machen und den Verkehr umlenken." Davon dürfte vor allem die Bundesstraße 4 betroffen sein. Auch weitere Sperrungen seien möglich.

Das diene nicht dazu, "die Menschen zu ärgern, sondern unser oberstes Ziel zu erfüllen, die Sicherheit der Besucher und Bürger zu gewährleisten. Bei einem Verkehrsaufkommen wie am vergangenen Wochenende, wo Rettungswege versperrt und Parkplätze überfüllt waren und sich überdies zahlreiche wetterbedingte Unfälle ereigneten, ist das nicht möglich", sagte Krischker. Falschparker müssten damit rechnen, konsequent abgeschleppt zu werden.

Auch auf die Einhaltung der Corona-Regeln werde verstärkt geachtet. Teams aus Ordnungsämtern und Polizei sollten an Rodelhängen, Wanderwegen oder Parkplätzen kontrollieren, ob Atemmasken getragen und Abstände eingehalten werden. So bestehe auf dem Großparkplatz in Torfhaus sowie in den Startzonen zahlreicher Rodelhänge im Raum Braunlage eine Maskenpflicht, sagte Brych. "Leider haben sich viele Besucher nicht an diese Vorgaben gehalten." Der Landkreis werde außerdem den Verleih von Schlitten und Skiern an den Wochenenden verbieten. Auch dürften fast keine Toiletten zur Verfügung stehen.

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