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Unternehmensverbände: Langfristige Strategie in Corona-Zeit

Rendsburg  

Unternehmensverbände: Langfristige Strategie in Corona-Zeit

11.01.2021, 12:40 Uhr | dpa

Die norddeutschen Unternehmen haben angesichts der Corona-Pandemie von den Regierungen im Norden klarere Perspektive gefordert. "Nach zehn Monaten im Pandemie-Modus muss von Improvisieren auf Strategie umgeschaltet werden", sagte der Präsident der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein, Uli Wachholtz, am Montag beim Online-Neujahrsempfang. "So wie bisher kann es nicht weitergehen." Das Improvisieren sei lediglich gut für den Moment gewesen.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher verwies auf die Notwendigkeit umfangreicher Wirtschaftshilfen in der Pandemie. "Wir müssen jetzt strukturelle Schäden verhindern, Arbeitsplätze erhalten", sagte der SPD-Politiker. Jeden Euro, den man derzeit nicht einsetze, müsse man anderenfalls später "um ein Vielfaches oben drauf legen". Hamburg habe deshalb die Wirtschafts- und Finanzhilfen des Bundes um ein Paket über 900 Millionen Euro ergänzt.

Für 2021 komme es darauf an, die Pandemie möglichst bald zu überwinden und an die gute wirtschaftliche Entwicklung bis Ende 2019 anzuknüpfen, sagte Tschentscher. In manchen Branchen habe es aber bereits vor Corona Probleme gegeben. "Die Corona-Hilfen dürfen nicht dazu führen, diese zu verstetigen, sie müssen helfen, sie zu lösen." Das bedeute insbesondere auch einen stärkeren Fokus auf Digitalisierung.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) räumte im Bezug auf die Digitalisierung ein, "natürlich haben wir in diesen Bereichen noch ordentlich was zu tun". Bei aller Euphorie ließe sich aber nicht alles über Videokonferenzen regeln, persönliche Begegnungen blieben unerlässlich. "Auch in der Schule ist am Ende Präsenzunterricht wichtig." Reiner Digitalunterricht helfe nicht weiter. Deshalb müsse auch in Zeiten der Corona-Pandemie in den Abschluss-Klassen am Präsenzunterricht festgehalten werden.

Günther betonte, die Landesregierung werde sich beim Bund weiter für schnelle und handhabbare Wirtschaftshilfen einsetzen. "Uns ist bewusst, dass die zweite Welle viele Unternehmen deutlich härter trifft. Deshalb bedeutet eine schnelle Auszahlung von Überbrückungshilfen das Sichern von Existenzen und den Erhalt von Arbeitsplätzen." Die Pandemie werde Politik und Wirtschaft weiter Probleme bereiten. "Auf jeden Fall bis Ostern wird es eine schwere Zeit", sagte der Regierungschef.

UVNord-Präsident Wachholtz forderte von der Politik Antworten, was im Norden passieren soll, bis die Herdenimmunität erreicht sei. "Wir müssen jetzt definieren, welche Rahmenbedingungen wir für eine erfolgreiche Zukunft brauchen, was die Zukunftsthemen sind, die wir voranbringen müssen." Am dringendsten sei es, "den digitalen Winterschlaf" zu beenden. Deutschland hinke bei der Digitalisierung weiter hinterher. Notwendig sei auch der Weiterbau der Autobahn 20.

Wachholtz rechnet mit einer hohen Zahl an Insolvenzen auch im Norden. Die Pandemie habe das Kapital vieler Firmen aufgebraucht. Aus der Bundespolitik kämen derzeit aber falsche Signale, sagte er. "Wir brauchen keinen Rechtsanspruch auf Homeoffice und keine neuen Reglementierungen." Werkverträge und Zeitarbeit seien für Unternehmen unentbehrlich.

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