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Milchwirtschaft befürchtet schnelleres Höfesterben

Krefeld  

Milchwirtschaft befürchtet schnelleres Höfesterben

13.01.2021, 15:05 Uhr | dpa

Milchwirtschaft befürchtet schnelleres Höfesterben. Milchwirtschaft

Zahlreiche Kühe stehen in einem Milchbauernhof. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft befürchtet ohne deutliche Einkommensverbesserungen für die Landwirte ein beschleunigtes Höfesterben in Nordrhein-Westfalen. Die Erlöse der Milchbauern bewegten sich auf dem Niveau von vor 40 Jahren trotz deutlich gestiegener Kosten beispielsweise für Umweltschutz, Energie und Löhne, sagte Co-Vorsitzender Wilhelm Brüggemeier am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz. Der durchschnittliche Auszahlungspreis der Molkereien an die Milchbauern ist 2020 nach einer Schätzung des Verbandes um 1,4 Prozent auf 32,19 Cent je Kilogramm konventionell erzeugter Milch leicht zurückgegangen.

Nach den Bauernproteste gegen Preissenkungen im Lebensmittelhandel beklagte Brüggemeier ein Ungleichgewicht zwischen Handelsriesen mit einer großen Marktmacht auf der einen Seite und den Molkereien und Landwirten auf der anderen Seite. "Ich freue mich über die Proteste, die unsere Berufskollegen da gemacht haben", sagte er. Signifikante Verbesserungen seien aber nur schwer zu erreichen. "Hier brauchen wir eine Änderung des Kartellrechtes." Es sollte nicht nur das Wohl der Verbraucher, sondern auch das Wohl der Landwirte und verarbeitenden Betriebe im Fokus stehen. Co-Vorsitzender Hans Stöcker kritisierte insbesondere den Discounter Aldi für eine Senkung des Butterpreises in den vergangenen Wochen. Der Weltmarkt sei relativ stabil gewesen.

Im vergangenen Jahr haben in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Verbandes weitere 215 Milchbetriebe aufgeben. Das entspricht einem Rückgang von vier Prozent auf 5166 Milchkuhhalter. Im Vergleich zum Jahr 1980 sind das 88 Prozent weniger. Pro Betrieb werden im Durchschnitt jetzt 76 Milchkühe gehalten, 1980 waren es lediglich 14. Bei vielen Betrieben geht es nach Schilderung der Landesvereinigung um einen Generationswechsel. Die in NRW konventionell erzeugte Milchmenge stieg in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres trotz des starken Rückgangs bei den Milchkuhhaltern um 1,7 Prozent weiter an.

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