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Fast 1400 Krankenhaus-Mitarbeiter nach Ausbruch getestet

Husum  

Fast 1400 Krankenhaus-Mitarbeiter nach Ausbruch getestet

17.01.2021, 13:57 Uhr | dpa

Fast 1400 Krankenhaus-Mitarbeiter nach Ausbruch getestet. Coronavirus-Test

Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen in den Händen. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Wochenende weiter erhöht. Binnen 24 Stunden sind bis Sonntag 215 neue Corona-Fälle registriert worden. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche stieg leicht auf 88,6 (Samstag: 86,1). Das geht aus Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Sonntagabend veröffentlichte (Datenstand: 17.1.2021, 20.17 Uhr). Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona gestorben sind, stieg um einen auf 652.

Bei den gemeldeten Corona-Zahlen am Wochenende ist zu berücksichtigen, dass weniger getestet wird und nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln.

473 Corona-Patienten sind den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern (Samstag: 426). 80 werden intensivmedizinisch betreut (Samstag: 70) - 48 mit Beatmung. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 24 200 geschätzt. Bislang gibt es in dem Bundesland 31 156 nachgewiesene Corona-Infektionen.

Wegen eines Corona-Ausbruchs an den Standorten Husum und Niebüll des Klinikums Nordfriesland wurden am Wochenende fast 1400 Klinikmitarbeiter getestet. Erste Ergebnisse lagen zunächst noch keine vor, wie ein Sprecher des Kreises Nordfriesland der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagnachmittag sagte. Insbesondere Mitarbeiter hatten sich den Angaben zufolge mit dem Virus infiziert.

Es gibt einen Aufnahmestopp für neue Patienten - zunächst bis zum 21. Januar. Ausgenommen seien medizinische Notfälle, bei denen ein Transport in ein anderes Krankenhaus nicht vertretbar sei. Die anderen müssten längere Wege nach Flensburg, Schleswig oder Heide in Kauf nehmen, sagte der Kreissprecher. Für Nordfriesland sei die aktuelle Situation ein Problem. Behandlungen wurden nach Möglichkeit verschoben.

Bei den Beratungen zum Vorgehen in der Corona-Krise soll es aus Sicht von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther nicht allein um neue Beschränkungen gehen. Beim Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Dienstag sollte nicht nur darüber geredet werden, welche Verschärfungen vielleicht nötig seien, sagte der CDU-Politiker am Samstag im TV-Sender Phoenix. "Wir müssen auch beschreiben, was heißt das in den Monaten Februar, März, April, wenn bestimmte Inzidenzwerte unterschritten werden, welche Bereiche können wir auch dann dauerhaft wieder öffnen."

Günther erläuterte, natürlich müsse man sich auch mit der neuen Virus-Variante auseinandersetzen und ob die Maßnahmen ausreichten. Man habe aber feststellen können, dass gerade zusätzlich verschärfte Beschränkungen eine Wirkung entfaltet hätten. "Die Infektionszahlen gehen in vielen Ländern runter." So liege die Zahl der Neuinfektionen in Schleswig-Holstein pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen nun bei etwa 85. Dies sei noch weit von 50 entfernt - eine solche sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz wird bundesweit angestrebt. Es sei aber auch noch ein bisschen Zeit bis zum Ende des Monats, sagte Günther.

Die FDP im Kieler Landtag verlangt von der Bundesregierung schnellstmögliche Aufklärung über ihre Erkenntnisse zu Mutationen des Coronavirus. Diese hätten ja schon bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 5. Januar eine Rolle gespielt, sagte Fraktionschef Christopher Vogt der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn es da jetzt neue Erkenntnisse gibt, die uns vor ernsthafte Probleme stellen, muss gegenüber den Ländern und den Bürgerinnen und Bürgern mit offenen Karten gespielt werden."

Am Freitag hatte das Kieler Sozialministerium mitgeteilt, dass die in Großbritannien verbreitete und auch in Dänemark nachgewiesene Mutation des Coronavirus mit hoher Wahrscheinlichkeit Schleswig-Holstein erreicht hat. Mehrere Proben aus dem nördlichsten Bundesland seien zur Abklärung im nationalen Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité in Berlin.

"Einzelne Nachweise sowie Hinweise auf eine hohe Wahrscheinlichkeit des Vorliegens der neuen Variante wurden bestätigt", hieß es. Am Samstag meldete beispielsweise Rendsburg-Eckernförde, die Untersuchung in Berlin habe ergeben, dass eine Probe aus dem Kreis mit hoher Wahrscheinlichkeit Teil dieser Viruslinie sei.

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