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Höfesterben in Bayern setzt sich fort: Hofübergabe fördern

Fürth  

Höfesterben in Bayern setzt sich fort: Hofübergabe fördern

21.01.2021, 17:30 Uhr | dpa

Höfesterben in Bayern setzt sich fort: Hofübergabe fördern. Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU)

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) nimmt an Kabinettssitzung teil. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Zahl der bayerischen Bauern schrumpft unaufhaltsam: Ende 2020 gab es im Freistaat noch 84 600 Höfe, wie das Statistische Landesamt in Fürth am Donnerstag mitteilte. Zehn Jahre zuvor waren es noch über 100 000, zur Jahrtausendwende noch 150 000. Aufgegeben haben in den vergangenen zehn Jahren vor allem hauptberufliche Bauern - mehr als 12 000. Mittlerweile wird auch mehr als die Hälfte der verbliebenen bayerischen Bauernhöfe von ihren Besitzern im Nebenerwerb geführt. Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) plant eine "Hofnachfolgestrategie" inklusive Existenzgründerförderung, wie das Ministerium mitteilte.

Im ganz langfristigen Vergleich wird das Ausmaß des Wandels besonders deutlich: Vor hundert Jahren gab es 670 000 Höfe im damals noch sehr landwirtschaftlich geprägten Bayern. Das Höfesterben ist keine bayerische Besonderheit, die Zahl der Landwirte in ganz Europa geht seit Jahrzehnten zurück. Allerdings macht sich dies im Freistaat besonders bemerkbar, weil Bayern Heimat eines guten Drittels aller deutschen Landwirte ist.

"Mit jedem familiären Hof, der aufgegeben muss, stirbt auch ein Stück bayerischer Kultur", sagte Kaniber dazu. Folge des permanenten Strukturwandels ist, dass die übrig bleibenden Höfe im Schnitt größer werden. Die durchschnittliche Betriebsgröße ist innerhalb von zehn Jahren von 32 auf 36 Hektar gestiegen.

Wie weitreichend die wirtschaftlichen Veränderungen auf dem Land sind, zeigt sich aber keineswegs nur an der nackten Zahl der Höfe. Aus der Statistik geht klar hervor, wie viele Bauern ihre Wirtschaftsweise geändert haben, vor allem in der Tierhaltung. Ein Beispiel ist die Käfighaltung von Hühnern. Die Behörde zählte zum Jahresende nur noch gut 22 700 "Haltungsplätze" in Käfigen, vor zehn Jahren waren es noch 1,7 Millionen. Die ehedem üblichen und besonders beengten Legebatterien sind bereits seit 2010 verboten.

Kaniber plädierte für eine gute Balance zwischen den "gesellschaftlichen Erwartungen an mehr Naturschutz und Tierwohl auf der einen Seite und wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven für die Betriebe auf der anderen Seite". Der Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie sei das Ziel einer modernen Landwirtschaftspolitik.

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