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Run auf Corona-Schutzmasken: Firmen satteln um

Neuwied  

Run auf Corona-Schutzmasken: Firmen satteln um

22.01.2021, 17:54 Uhr | dpa

Run auf Corona-Schutzmasken: Firmen satteln um. FFP2-Masken mit CE-Zertifizierung liegen auf einem Tisch

FFP2-Masken mit CE-Zertifizierung liegen auf einem Tisch. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Illustration (Quelle: dpa)

Corona-Masken sind heiß begehrt: Manche branchenfremden Firmen satteln daher um und produzieren zusätzlich diesen Mund-Nasen-Schutz. In Rheinland-Pfalz sind das etwa der Autozulieferer EPG Pausa in Eichelhardt im Kreis Altenkirchen sowie Skylotec in Neuwied, ein Spezialist für Absturzsicherungen zum Beispiel von Kletterern, Baumpflegern und Hochhaus-Fensterputzern.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), die am Freitag die EPG Pausa GmbH besuchen wollte, begrüßte die auch branchenfremde heimische Maskenproduktion: "Das zeugt von der Innovationskraft dieser Unternehmen im Land." Nach Angaben ihres Ministeriums gibt es derzeit mindestens sechs Corona-Maskenhersteller in Rheinland-Pfalz.

Laut der Kreisverwaltung Altenkirchen nutzte beim Autozulieferer EPG Pausa die aus China stammende Geschäftsführerin Wei Hong ihre Kontakte zur Volksrepublik, um von dort Maskenmaschinen zu besorgen. Seit einigen Wochen produziere ihr Westerwälder Unternehmen täglich 70 000 nichtmedizinische und 300 000 FFP2-Masken für Erwachsene und Kinder. Am Freitag sollte EPG Pausa das TÜV-Zertifikat dafür bekommen.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestags, der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, betonte einer Mitteilung zufolge die Bedeutung dieser Schutzmittel in einer Pandemie: "Wichtig ist, dass wir bei diesen systemrelevanten Produkten unabhängig werden von Lieferungen aus dem Ausland. Eine Situation des Mangels wie im Frühjahr darf es nicht mehr geben."

Der Neuwieder Absturzsicherungen-Hersteller Skylotec produziert nach eigener Auskunft täglich 10 000 FFP2-Masken. Seit dem jüngsten politischen Beschluss, dass einfache Stoffmasken in Bussen, Zügen und Geschäften in Deutschland künftig nicht mehr ausreichen, "steht bei uns das Telefon nicht mehr still", sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Nachfrage sei riesig. Bei den sogenannten OP-Masken, die meist preiswerter als FFP2-Masken sind, werde die Produktion daher im Februar von gegenwärtig 10 auf 20 Millionen Stück im Monat hochgefahren. In Zusammenarbeit mit einem Maschinenbau-Unternehmen sei eigens "die schnellste Maschine der Welt" für diese Masken entwickelt worden. Auch Skylotec ist laut der Sprecherin nach längerer Wartezeit inzwischen für die Maskenproduktion zertifiziert.

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