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Woidke: "Antisemitismus die Stirn bieten"

Oranienburg  

Woidke: "Antisemitismus die Stirn bieten"

26.01.2021, 12:38 Uhr | dpa

Woidke: "Antisemitismus die Stirn bieten". Dietmar Woidke (SPD)

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild (Quelle: dpa)

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat dazu aufgerufen, sich entschieden gegen Antisemitismus zu stellen. "Jahrzehnte nach der Shoah kommt es wieder häufiger zu gewalttätigen Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung", sagte er am Dienstag laut einer Mitteilung anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am Mittwoch. "Dass Juden nach den NS-Verbrechen wieder Vertrauen zu uns Deutschen aufgebaut haben, ist wie ein Geschenk. Dieses Vertrauen dürfen wir nicht verspielen."

Der Regierungschef nimmt nach eigenen Angaben am Mittwoch an einer Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus teil. In Brandenburg wollen der Landtag und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten an die Opfer erinnern. Dazu ließ Woidke einen Kranz in der Gedenkstätte Sachsenhausen niederlegen.

Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke verwies auf die Verantwortung: "Wir Deutsche werden bis ans Ende der Zeit Verantwortung tragen für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von Deutschen begangen worden sind." Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, betonte: "Der Gedenktag am 27. Januar sollte unseren Blick auch auf die breite Beteiligung der Gesellschaft an den NS-Verbrechen lenken."

Ein gemeinsamer Antrag von CDU, SPD, Grünen und Linker im Landtag betont, Initiativen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit weiter zu unterstützen und die historisch-politische Bildung auszubauen. Der Anspruch sei, verfassungsfeindliche Bestrebungen jeglicher Art frühzeitig zu erkennen und dagegen vorzugehen, heißt es darin.

Die Nationalsozialisten und ihre Helfer ermordeten während des Zweiten Weltkrieges rund sechs Millionen Juden. Die Vereinten Nationen legten 2005 den Internationalen Holocaust-Gedenktag auf den 27. Januar fest. Die Rote Armee befreite an diesem Tag 1945 das Konzentrationslager Auschwitz. Shoah - das hebräische Wort für Katastrophe - wird verwendet, um den Völkermord an den Juden zu benennen.

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