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Weiteres Impfzentrum eröffnet - Zweitimpfungen verschoben

Eberswalde  

Weiteres Impfzentrum eröffnet - Zweitimpfungen verschoben

27.01.2021, 13:40 Uhr | dpa

Weiteres Impfzentrum eröffnet - Zweitimpfungen verschoben. Corona-Impfzentrum in Eberswalde (Barnim)

Corona-Impfzentrum in Eberswalde (Barnim). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Die verzögerten Lieferungen von Corona-Impfstoffen setzen das Brandenburger Gesundheitsministerium unter Druck. Nachdem Tausende Termine für die Erstimpfung abgesagt werden mussten, werden nun auch Zweitimpfungen verschoben. Nach Angaben des Ministeriums vom Mittwoch wird der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung von drei auf vier Wochen verlängert.

Die Verschiebung betrifft demnach Impfungen in Krankenhäusern. Bei den Zweitimpfungen in Impfzentren und den mobilen Teams, die in Altenheimen impfen, werden die Termine beibehalten. Für künftige Termine soll auch hier der Vier-Wochen-Rhythmus gelten. Alle Zweitimpfungen seien aber gesichert, sagte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse. Diese hätten nun "oberste Priorität".

Für den Impfstoff von Biontec/Pfizer empfiehlt die WHO eine zweite Impfung nach 21 bis 28 Tagen, bei Moderna sind es 28 Tage. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut hat als Empfehlung, dass der Zeitraum zwischen erster und zweiter Impfung nicht mehr als sechs Wochen betragen soll. Damit bliebe Brandenburg im derzeit vorgesehen Zeitraum, wenn die neuen Termine für die Zweitimpfung eingehalten werden.

Unterdessen hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) einen Impfgipfel von Bund, Ländern und Wirtschaftsvertretern vorgeschlagen. Diese Konferenz solle möglichst noch vor Ende kommender Woche stattfinden, schrieb der SPD-Politiker am Mittwoch an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Die Verschiebung von Impfterminen und das Herauszögern von Zweitimpfungen sorgten für große Verunsicherung, erklärte Woidke. Auch in einem weiteren Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) warb Woidke für einen Impfgipfel.

Das Ministerium hatte zunächst angekündigt, dass die Hälfte des erhaltenen Corona-Impfstoffs für die Zweitimpfungen zurückgehalten wird. Erst ein bis zwei Wochen nach der zweiten Impfung baut das Immunsystem bei den Meisten Geimpften einen verlässlichen Schutz auf. Die zweite Impfung ist deshalb unverzichtbar. Jetzt heißt es in einer Antwort des Ministeriums: Die Zweitimpfung sei für alle bereits erfolgten Erstimpfungen in der Planung "rechnerisch gesichert". "Für Lieferausfälle und sonstige Unvorhersehbarkeiten ist eine Schwankungsreserve physisch zurückgelegt im Lager. Im äußersten Notfall könnten zudem bereits vergebene Termine für Erstimpfungen kurzfristig komplett gestrichen werden."

Kritik kam auch von der oppositionellen Linksfraktion im Landtag: "Die Gesundheitsministerin bricht eine ihrer zentralen Zusagen, dass alle Zweitimpfungen nach der bisher vorgesehenen Frist von drei Wochen durchgeführt werden", sagte Ronny Kretschmer, gesundheitspolitischer Sprecher. Das schüre Verunsicherung.

"Wir hätten nie damit gerechnet, dass Zweitimpfungen von den Lieferengpässen betroffen sind", sagte auch Benjamin Stengl, Sprecher am St. Josefs-Krankenhaus Potsdam. Bei den Mitarbeitenden habe das zu Unverständnis geführt. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet. "Mit der Impfung hatten wir einen Lichtstreif am Horizont", sagte Stengl.

Nach Angaben des Krankenhauses wurde die Impfung des Personals um eine Woche auf den 8. Februar verschoben - damit betrage der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung rund vier Wochen. "Wir hoffen sehr, dass der Termin eingehalten wird", so Stengl. Im GLG Kreiskrankenhaus Prenzlau wurden die Termine um zehn Tage auf den 17. Februar verschoben. Nach Angaben des Krankenhausbetreibers liegen damit die Termine für die Erstimpfungen vom 13. bis zum 15. Januar fünf Wochen zurück.

In Eberswalde (Barnim) ist am Mittwoch ein weiteres Corona-Impfzentrum eröffnet worden - das achte in Brandenburg. Für den ersten Tag lagen bereits 70 Impftermine vor. Bis Anfang Februar sollen landesweit insgesamt elf Impfzentren starten.

In Brandenburg haben sich nach Ministeriumsangaben innerhalb eines Tages fast doppelt so viele Menschen mit dem Coronavirus angesteckt wie am Vortag. Das Ministerium berichtete am Mittwoch von 675 neuen Fällen nach 352 am Dienstag. Vor einer Woche waren es 826 neue Ansteckungen.

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