Sie sind hier: Home > Regional >

Backhaus erteilt Obergrenze für Wolfsbestände Absage

Schwerin  

Backhaus erteilt Obergrenze für Wolfsbestände Absage

27.01.2021, 19:27 Uhr | dpa

Backhaus erteilt Obergrenze für Wolfsbestände Absage. Till Backhaus

Till Backhaus (SPD), der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB (Quelle: dpa)

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hält die Einführung einer Bestandsobergrenze für Wölfe derzeit nicht für möglich. "Der Wolf hat nach wie vor den höchsten Schutzstatus, den es in Deutschland gibt, weil er nach wie vor vom Aussterben bedroht ist", sagte Backhaus am Mittwoch im Landtag in Schwerin. Er reagierte damit auf einen Antrag der AfD, die zum Schutz der Weidetiere neben der Begrenzung der Wolfsbestände auch die Ausweisung von wolfsfreien Gebieten forderte, dafür im Parlament aber keine Mehrheit fand.

Als Grund für die AfD-Forderung nannte der Abgeordnete Ralf Borschke die gestiegene Anzahl von Wolfsattacken auf Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Rinder. Die Fälle hätten sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. "Der Wolf verliert zunehmend seine Scheu", sagte Borschke. Er sprach sich dafür aus, bei der Festlegung des weiteren Umgangs mit dem Wolf stärker die Sicht der Landwirte zu beachten und dem Beispiel skandinavischer Länder zu folgen, in denen es Obergrenzen für den Wolf gebe.

Nach den Worten von Backhaus gibt es in Deutschland inzwischen wieder 129 Rudel, 15 davon in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Ansicht von Fachleuten sei damit aber der gute Erhaltungszustand noch nicht erreicht. Der Abschuss von Wölfen sei damit nur in Ausnahmefällen genehmigungsfähig, wenn ein Tier mehrfach in Herden eingebrochen sei oder eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

Backhaus betonte, dass ein zentrales Element für das Nebeneinander von Wolf und Weidetierhaltung in der Prävention liege. Seit der Veröffentlichung der Förderrichtlinie Wolf im Jahre 2013 habe das Land Tierhalter bei der Anschaffung geeigneter Schutzzäune oder Wachhunde mit insgesamt 1,3 Millionen Euro unterstützt. 140 000 Euro seien zum Ausgleich von Tierverlusten geflossen.

Nach Angaben der CDU-Abgeordneten Beate Schlupp wurden im Jahr 2020 im Nordosten 82 Wolfsattacken registriert. Dabei seien mehr als 400 Nutztiere getötet oder verletzt worden. Oft könnten die Schutzmaßnahmen die Angriffe nicht verhindern. "Der Wolf überwindet jegliche Hindernisse und lernt schnell", sagte Schlupp.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal