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"Unglückliche Verkettung": Wanderin stirbt nach Sturz

Feldberg (Schwarzwald)  

"Unglückliche Verkettung": Wanderin stirbt nach Sturz

01.02.2021, 13:49 Uhr | dpa

"Unglückliche Verkettung": Wanderin stirbt nach Sturz. Wanderin stirbt nach Sturz in Schneeloch am Feldberg

Mitglieder der Bergwacht arbeiten am Feldberg an einer Unfallstelle, an der eine Schneeschuhwanderin, die sich verlaufen hatte, in ein Schneeloch gestürzt ist. Foto: Bergwacht Schwarzwald/dpa/Aktuell (Quelle: dpa)

In seinen 15 Jahren bei der Bergwacht Schwarzwald hat David Hierholzer so etwas noch nicht erlebt: Der Landesleiter Bergrettungsdienst hat am Feldberg einen Einsatz am Wasserfall des Seebachs geleitet, wo eine Schneeschuhwanderin am Sonntag im Schnee eingebrochen und in die Tiefe gestürzt war. In der Nacht zum Montag starb die 27-Jährige im Krankenhaus an den Folgen.

"Das war eine sehr unglückliche Verkettung von Zuständen", sagte Hierholzer am Montag. Die Frau sei auf einer Schneebrücke über dem Bachlauf gewesen. "Die sieht man nicht", erläuterte der Bergretter. Er verglich die Situation mit schneebedeckten Gletscherspalten in den Alpen. "Wenn man nicht weiß, dass da ein Loch ist, ahnt man das nicht." Zudem sei immer wieder Schnee von oben nachgerutscht. Kurz nach dem Sturz löste sich sogar spontan eine Lawine aus dem Bereich der Feldseefelsen auf die Unfallstelle, wie die Bergwacht mitteilte.

Eine Sprecherin sagte mit Verweis auf die Witterungsverhältnisse der vergangenen Tage, der Regen seit Mitte der Woche habe den Schnee schwer gemacht. Zudem sei das ehemalige Gletschergebiet unheimlich steil. "Im Moment herrscht an diesen Steilhängen Lawinengefahr."

Für die Bergwacht machte das die Arbeiten komplizierter, wie Hierholzer schilderte: Zum einen habe der Weg vom Parkplatz bis zu der Frau mit 35 bis 40 Minuten lange gedauert. Noch mehr Zeit habe allerdings die Bergung in Anspruch genommen: Die 27-Jährige habe etwa sechs Meter unterhalb der Schneeoberfläche gelegen, die Einsatzkräfte hätten die Schneebrücke aber nicht betreten können. Somit sei eine Rettung von oben nicht möglich gewesen, erklärte Hierholzer. "Wir mussten von der Seite einen Tunnel zur Patientin graben." Zu allem Überfluss sei es bei zunehmender Dunkelheit auch nebelig gewesen.

Die Verschüttete konnte so erst nach mehreren Stunden gerettet und über einen Steilhang abgeseilt werden. Die Helfer brachten die lebensgefährlich verletzte Frau mit einem Schneefahrzeug zum Rettungsdienst. Ihr 28 Jahre alter Begleiter war zwar unverletzt, stand aber unter Schock. Am Einsatz beteiligt waren neben 36 Leuten der Bergwacht Kräfte von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei.

Ob das Paar absichtlich in der Gegend unterwegs war, stand am Montag zunächst nicht fest. Bei der Bergwacht seien die beiden nicht bekannt, sagte Hierholzer. Vielleicht hätten sie sich auf dem mit 1493 Metern höchsten Berg der deutschen Mittelgebirge auch verlaufen. Nach Auskunft der Polizei waren die zwei keine Touristen. Die Beamten sehen auch "keinerlei Veranlassung wegen strafrechtlich relevanten Fehlverhaltens" Ermittlungen einzuleiten, sagte ein Sprecher.

Der Unfallort sei eine Stelle, "wo man sich seiner Sache sicher sein sollte", sagte Bergretter Hierholzer. Er würde aber nicht generell abraten, an der Stelle unterwegs zu sein. Die Freiburger Polizei warnte in einer Mitteilung davor, das Feldberggebiet zu unterschätzen und es auf eigene Faust abseits der markierten Wege zu erkunden.

Hintergrund war ein weiterer Vorfall mit Schneewanderern auf dem Gipfel am Wochenende: Am Samstag musste die Bergwacht eine Jugendgruppe suchen, die am Nachmittag aufgebrochen war und sich abseits des Wanderwegs verirrt hatte. Per Telefon lotsten die Rettungskräfte die 12- bis 14-Jährigen nach Polizeiangaben bei völliger Dunkelheit nach St. Blasien (Landkreis Waldshut) und nahmen sie dort unversehrt in ihre Obhut.

Der Feldberg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hier sei viel Betrieb mit Schneeschuhwanderern, sagte auch Hierholzer. Dass solche Ausflüge tödlich enden, sei aber ein sehr unglücklicher Ausnahmefall.

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