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"Solar Valley" - Solarbranche zuversichtlich

Bitterfeld-Wolfen  

"Solar Valley" - Solarbranche zuversichtlich

08.02.2021, 11:57 Uhr | dpa

"Solar Valley" - Solarbranche zuversichtlich. Das Schild "Solar Valley" ist an der Autobahn zu sehen

Das Schild "Solar Valley" ist an der Autobahn zu sehen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Ein Jahrzehnt nach der Krise der deutschen Solarbranche füllt sich das "Solar Valley" in Bitterfeld-Wolfen dank zahlreicher Ansiedlungen wieder. Wenn alles wie geplant funktioniere, seien von 360 Hektar noch 5 frei verfügbar, sagte Elena Herzel von der Wirtschaftsfördergesellschaft des Kreises Anhalt-Bitterfeld der Deutschen Presse-Agentur. Nach der Pleitewelle der Solarhersteller ab 2012 seien bis zu 80 Prozent der Flächen frei gewesen. Auch der Branchenprimus Q-Cells investiert in seinen deutschen Sitz in Thalheim und erwartet für 2021 ein gutes Geschäft.

Besonders bei Solaranlagen für Eigenheimbesitzer prognostiziert das Unternehmen ein starkes Wachstum, wie ein Q-Cells-Sprecher der dpa sagte. Der Grund: Seit dem 1. Januar können sich Privathaushalte größere Anlagen auf's Dach setzen, ohne dass sie für den selbst genutzten Strom eine Umlage zahlen müssen. Die Grenze stiegt von 10 auf 30 Kilowatt installierter Leistung. "Damit können private Solaranlagen wieder die komplette Dachfläche ausnutzen, weil Endkunden keine Sonnensteuer mehr auf ihren Eigenverbrauch zahlen müssen", so der Unternehmenssprecher.

Das "Solar Valley" entstand vor 20 Jahren und galt als eines der größten Zentren der Solarindustrie Europas. Zahlreiche Firmen siedelten sich rund um den Branchenprimus an, bis zu 3500 Jobs gab es, auch dank üppiger Landesförderung. Dann sorgte die Konkurrenz billiger Solarmodule aus Asien für die Krise. Zahlreiche Unternehmen gingen pleite, auch Q-Cells. Es wurde 2012 vom südkoreanischen Konzern Hanwha gerettet. Die Fertigung der Solarzellen wanderte nach Asien ab, Forschung und Entwicklung blieben in Thalheim.

Derzeit arbeiten rund 560 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland, davon rund 470 in Sachsen-Anhalt, wie ein Q-Cells-Sprecher sagte. In der Thalheimer Entwicklungsabteilung werde derzeit der Maschinenpark modernisiert. Erste Anlagen für die Entwicklung der nächsten Generation hocheffizienter Solarzellen seien bereits installiert worden. Binnen drei Jahren will Q-Cells 125 Millionen Euro investieren.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr laut Bundesverband Solarwirtschaft 184 000 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 4,9 Gigawatt installiert worden. Das entspreche einem Leistungszuwachs um 27,6 Prozent gegenüber 2019. Besonders stark zog demnach die Nachfrage bei Eigenheimbesitzern an. Hier registrierte der Branchenverband gegenüber 2019 ein Plus von 99 Prozent - und damit fast eine Verdoppelung der Nachfrage.

Auch Q-Cells verdoppelte nach eigenen Angaben voriges Jahr seinen Absatz bei kleinen Dachanlagen für Privatkunden und konnte seinen Stand als Marktführer mit 20 Prozent Marktanteil in Deutschland behaupten. Im "Solar Valley" bekommen sie zahlreiche Nachbarn.

Zuletzt gab unter anderem der US-amerikanisch-chinesische Hersteller für E-Autobatterien Farasis bekannt, seinen Europasitz samt Produktion in dem Gewerbegebiet ansiedeln zu wollen. Zudem will die Schweizer Firma Meyer Burger die Hallen des pleitegegangenen Solarherstellers Sovello wiederbeleben und dort ab zweitem Quartal die Produktion hochfahren. Parallel dazu belebt der Maschinenbauer im sächsischen Freiberg die ehemalige Solarworld-Anlagen wieder. "Es ist viel Arbeit, aber es zahlt sich aus, dass wir auf bestehende Technik aufsetzen", sagte Meyer-Burger-Geschäftsführer Gunter Erfurt. Rund 145 Millionen Euro investiert die Aktiengesellschaft in den Aufbau der beiden Werke.

Die Schweizer wollen mit dem Start in Sachsen und Sachsen-Anhalt in die Produktion von Solarmodulen einsteigen. "Wir gehen nach heutigem Stand von einer Eröffnung beider Werke im Mai aus", so Erfurt. Zunächst nimmt das Unternehmen Hausbesitzer in den Blick, mit steigender Produktionskapazität dann verstärkt größere Parks. Am 9. Juni will sich das Unternehmen auf der Messe Intersolar in München präsentieren. "Das treibt unseren Zeitplan."

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